Allerheiligen: Ein Himmel aus allen Sprachen
Zu Allerheiligen: Die Heiligen kamen aus allen Völkern und Sprachen – der Glaube erreicht viele Familien aber nur in einer fremden. Eine neue Kampagne der Priesterausbildungshilfe will das ändern.

An Allerheiligen hören wir in der Lesung aus der Offenbarung des Johannes von einer großen Schar, die niemand zählen kann, versammelt „aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen“ (Offb 7,9). Die Heiligen, die die Kirche heute feiert, sprachen Latein und Griechisch, Arabisch und Aramäisch, Polnisch, Spanisch und Suaheli. Der Himmel ist vielsprachig. Auf der Erde dagegen erleben viele Gläubige, dass ihnen der Glaube nur in einer Sprache begegnet, die nicht die ihre ist.
Genau dieser Erfahrung widmet sich eine neue Initiative der Priesterausbildungshilfe e.V. in Bonn: die Spendenkampagne „Glauben in jeder Sprache“.
Ein Film über das Schweigen
Zum Start der Kampagne ist der Kurzfilm „Die Sprache des Herzens“ erschienen. Er erzählt von einer Frau, die Sonntag für Sonntag in der letzten Bank sitzt und die Predigt nicht versteht. Von einem arabischsprachigen Vater, dem die Worte fehlen, als sein Sohn wissen will, ob der Großvater jetzt im Himmel ist. Und von einer deutschen Familie, die im spanischsprachigen Ausland dasselbe erlebt, nur umgekehrt. Der Film schlägt einen Bogen von Babel bis Pfingsten und endet mit einer Bitte an die Zuschauer.
Die Größenordnung ist beachtlich: Laut kirchlicher Statistik der Deutschen Bischofskonferenz besitzen hierzulande rund 3,5 Millionen Katholiken eine ausländische Staatsangehörigkeit. Viele von ihnen finden in muttersprachlichen Gemeinden eine Heimat. Doch gerade Familien fehlt es oft an etwas anderem: an verständlichen Erklärungen für die Fragen ihrer Kinder.
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Was „Himmelspod Erklärt“ vorhat
Die Antwort der Priesterausbildungshilfe ist die Videoreihe „Himmelspod Erklärt“. Sie erklärt Feste, Bräuche und Heilige so, dass Kinder und Erwachsene gleichermaßen etwas davon haben: mit der Geschichte, der Bedeutung für den Glauben und praktischen Anregungen für den Alltag. Jede Folge ist filmisch erzählt und enthält ein überraschendes Detail.
Passend zu Allerheiligen stehen dabei Heilige aus allen Teilen der Welt im Mittelpunkt, unter anderen:
- der heilige Martin, dessen Fest viele Kinder in diesen Tagen mit Laternen feiern
- der heilige Nikolaus, Bischof von Myra in der heutigen Türkei
- die heilige Josephine Bakhita aus dem Sudan, die als Kind versklavt wurde und in Italien Ordensfrau wurde
- der heilige Charbel Makhlouf, der Einsiedler aus dem Libanon
- der heilige Patrick, als Jugendlicher nach Irland verschleppt und später dessen Apostel
- der heilige Carlo Acutis, der junge Italiener, der das Internet für den Glauben nutzte
Jede Folge wird zunächst auf Deutsch produziert. Die Kampagne soll die Übertragung in elf weitere Sprachen ermöglichen, darunter Arabisch, Türkisch, Farsi, Polnisch, Spanisch und Suaheli. Für eine erste Staffel mit fünf Folgen in allen zwölf Sprachen veranschlagt die Priesterausbildungshilfe 54.225 Euro. Schon fünf Euro finanzieren rund zehn Sekunden Film in einer neuen Sprache. Die Videos sollen anschließend frei zugänglich sein.
Rückenwind von den Bischöfen
Das Anliegen deckt sich mit dem, was die Kirche in Deutschland seit langem betont. Bischof Georg Bätzing schrieb 2021 als Vorsitzender der Bischofskonferenz, es sei ein großes Anliegen der Bischöfe, dass Menschen den Glauben in ihrer Muttersprache praktizieren und bekennen können. In seinem Grußwort zitierte er eine Gläubige mit dem Satz: „In meiner Muttersprache ist mir der liebe Gott am nächsten.“
Mitmachen
Unterstützen lässt sich das Projekt auf zwei Wegen: mit einer Spende über die Kampagnenseite der Priesterausbildungshilfe, wo auch die Kosten im Einzelnen aufgeschlüsselt sind, oder ganz ohne Geld, indem man den Film auf YouTube ansieht und weiterleitet. Vielleicht ist Allerheiligen ein guter Anlass dafür: Die Heiligen kamen aus allen Sprachen. Der Glaube sollte es auch tun.
Links und Quellen
- Spendenkampagne „Glauben in jeder Sprache – Staffel 1“ der Priesterausbildungshilfe e.V.
- Film „Die Sprache des Herzens“ auf YouTube
- Deutsche Bischofskonferenz: Statistischer Quartalsbericht 3/2022 – Katholische Ausländer in Deutschland
- Deutsche Bischofskonferenz, Pressemitteilung Nr. 104b vom 15.06.2021: Grußwort von Bischof Dr. Georg Bätzing
- Lesung zu Allerheiligen: Offenbarung 7,2–4.9–14
Über Marco Antonio Di Prato
Marco Antonio Di Prato lebt in Bonn und verbindet in seiner Arbeit Glauben, Medien und Unternehmergeist. Als Geschäftsführer der Priesterausbildungshilfe e.V. setzt er sich dafür ein, dass Seminaristen und Priester aus aller Welt an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom studieren können. International ist der Verein als „Catholic Vocation Fund“ bekannt, getreu dem Leitwort „Apostel für die Welt“.
Aus dieser Arbeit sind mehrere Medienprojekte entstanden, an denen er maßgeblich mitwirkt: GodMag, der Video-Podcast „Himmelspod Erklärt“, der Heilige, Feste und Glaubensinhalte für die ganze Familie verständlich macht, sowie Buch- und Interviewproduktionen, etwa zur Enzyklika Magnifica Humanitas. Als Initiator des Catholic Innovation Hub bringt er junge katholische Entwickler und Ingenieure zusammen, die moderne Konzepte für den Kirchenraum entwickeln, ohne den Glauben zu verändern.
Beruflich ist er zudem Geschäftsführer der Himmelfreund DP GmbH, die eigene Plattformen und Apps entwickelt, und als Unternehmensberater für internationale Kooperation tätig. Unter seinem Namen veröffentlicht er außerdem Lobpreismusik, zuletzt das Adventsalbum „Maranatha – Komm, Herr“.
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