Christenverfolgung

Blutbad bei Trauerfeier! Neun Tote und 40 Verletzte bei Angriff auf Kirche in Jordanien

Bei einem Angriff auf eine Trauergemeinde in Jordanien kamen neun Menschen ums Leben, rund 40 wurden verletzt. Politik und Kirche reagieren mit scharfer Verurteilung.

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Andreas Nachbar
4 min Lesezeit
Blutbad bei Trauerfeier! Neun Tote und 40 Verletzte bei Angriff auf Kirche in Jordanien
(c) Wikimedia Commons - Freedom's Falcon - CC BY-SA 3.0

Das Entsetzen ist nach dem Terrorakt gegen eine christliche Gemeinde in Jordanien groß. Bewaffnete Angreifer eröffneten während einer Trauerfeier das Feuer auf die Trauergemeinde im südjordanischen Dorf Hammoud. Neun Menschen starben, rund 40 weitere wurden verletzt. Während die Sicherheitskräfte drei mutmaßliche Täter festnahmen, wächst die Sorge vor einem gezielten Versuch, die religiösen Gemeinschaften des Landes gegeneinander aufzubringen. König Abdullah II. kündigte eine entschlossene Reaktion an.

Dauerfeuer auf Kirche

Die Angreifer kamen aus einem Fahrzeug und eröffneten das Feuer auf die Teilnehmer einer Trauerfeier. Laut der jordanischen Sicherheitsdirektion schossen sie auf die Menschen, bevor sie zur Kirche stürmten. Aufnahmen des Senders Al-Mamlaka zeigen zwei Männer mit Pistolen und einen dritten mit einem Gewehr. Nach der Tat flüchteten die Täter, woraufhin eine Fahndung eingeleitet wurde. Inzwischen haben die jordanischen Sicherheitskräfte drei Verdächtige festgenommen. Bei dem Angriff auf die griechisch-orthodoxe Kirche waren nach jüngsten Angaben neun Menschen getötet und 25 weitere verletzt worden. Das berichtete das jordanische Staatsfernsehen am Montag.

„Nach einer gemeinsamen Sicherheitsoperation nahmen spezialisierte Ermittlungs- und Razziateams die drei Terroristen fest, die für den feigen Terroranschlag verantwortlich waren“, meldete der Sender auf der Plattform X.

Ein Augenzeuge berichtete dem Sender, die Angreifer hätten etwa fünf Minuten lang „ununterbrochen geschossen“. Zum Zeitpunkt des Anschlags hätten sich zwischen 150 und 200 Menschen in der Kirche und auf dem umliegenden Gelände aufgehalten. Viele der Opfer seien zwischen 50 und 70 Jahre alt gewesen. Zunächst bezifferten die Behörden die Zahl der Todesopfer auf acht, korrigierten diese jedoch später auf neun. Weiter berichtet der Sender von 34 Verletzten, von denen sich 27 in Behandlung befinden.

König kündigt entschlossene Reaktion an

Jordaniens Innenminister al-Faraya verurteilte den Anschlag bei einer Pressekonferenz als „entsetzliche Tat“. Die Sicherheitskräfte arbeiteten rund um die Uhr, um die Verantwortlichen aufzuspüren. Der Angriff werde den Willen der Jordanier stärken, dem Terrorismus „in all seinen Formen“ entgegenzutreten. Regierungssprecher Mohammed al-Momani kündigte umfassende Ermittlungen an.

Zudem betonte er die Bedeutung der christlichen Gemeinschaft für das Land: Christen seien tief in der Geschichte und Identität Jordaniens verwurzelt, erklärte al-Momani. Rund 95 Prozent der Bevölkerung sind Muslime, etwa vier Prozent gehören christlichen Konfessionen an.

König Abdullah II. hatte die Tat bereits am Freitag als „Terroranschlag“ verurteilt und eine entschlossene Reaktion angekündigt. Wer glaube, das jordanische Volk spalten zu können, werde scheitern, betonte der Monarch. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Königshauses bezeichnete er die getöteten Christen als „Märtyrer“.

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Warnung vor Spaltung

Neben dem König meldete sich auch der libanesische Präsident Joseph Aoun, das einzige christliche Staatsoberhaupt der arabischen Welt, zu Wort und verurteilte den Angriff scharf. Er sprach von einem „abscheulichen Terroranschlag“. Terrorismus kenne weder Religion noch Heimat, erklärte er laut Präsidialamt. Mit solchen Taten sollten das friedliche Zusammenleben der Religionsgemeinschaften zerstört und Zwietracht gesät werden.

Vor einer solchen Spaltung warnt auch die griechisch-orthodoxe Erzdiözese in Jordanien, die in dem Anschlag einen möglichen Versuch sieht, die christliche Bevölkerung aus dem Land zu vertreiben. Sollte dies das Ziel der Täter gewesen sein, werde der Angriff die Verbundenheit der Christen mit ihrer Heimat jedoch nur weiter stärken. Die jordanische Gesellschaft werde sich „jeder finsteren extremistischen Ideologie“ widersetzen, erklärte die Erzdiözese. Zugleich betonte sie, die Tat habe „nichts mit dem gemäßigten Islam“ in Jordanien gemein.

Papst Leo XIV. verurteilt Terroranschlag

Auch Papst Leo XIV. reagierte mit deutlichen Worten auf den Angriff und bezeichnete die Tat als „Terroranschlag“. Beim Mittagsgebet, an dem nach Angaben des Vatikans rund 20.000 Menschen teilnahmen, bekundete das katholische Kirchenoberhaupt seine Anteilnahme mit den Opfern, der betroffenen Gemeinde und der gesamten Bevölkerung Jordaniens. Zugleich hob er das friedliche Zusammenleben und den gegenseitigen Respekt zwischen den verschiedenen Religionen in dem Land hervor. „Lasst uns gemeinsam weiter für den Frieden beten“, appellierte der Papst.

Unterdessen besuchte der päpstliche Nuntius in Jordanien, Giovanni Pietro Dal Toso, nach Angaben jordanischer Medien Verletzte des Anschlags im Krankenhaus. Auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki setzte ein Zeichen der Solidarität. Der Erzbischof bekundete im Namen der deutschen Bischöfe seine Verbundenheit mit den Opfern und der christlichen Gemeinde. „Terror ist mit nichts zu rechtfertigen“, erklärte Woelki, der die Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Deutschen Bischofskonferenz leitet.

Zugleich forderte der Kardinal Konsequenzen aus der Tat. „Mehr denn je stehen wir solidarisch an der Seite der Christen in Jordanien“, betonte er. Vom jordanischen Staat erwarte er eine lückenlose Aufklärung des Anschlags sowie einen verbesserten Schutz kirchlicher Einrichtungen. Damit wächst neben der Trauer um die Toten auch der internationale Druck, die Hintergründe der Tat aufzuklären und weitere Angriffe auf religiöse Gemeinschaften zu verhindern.

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Über Andreas Nachbar

Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.

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