Vatikan

„Es gibt keinen heiligen Krieg“: Papst Leo XIV. warnt vor der Rückkehr des Krieges

Aus der Genesung heraus sendet Papst Leo XIV. eine eindringliche Botschaft zum Jahrestag des Friedensgebets von Assisi an die Welt.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
„Es gibt keinen heiligen Krieg“: Papst Leo XIV. warnt vor der Rückkehr des Krieges
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Krieg statt Frieden, Macht statt Dialog: Papst Leo XIV. sieht mit Sorge, dass militärische Gewalt wieder zunehmend als Mittel der internationalen Politik gilt. Zum 40. Jahrestag des Friedensgebets von Assisi richtet er aus der Genesung heraus eine eindringliche Botschaft an die Welt.

Globalisierung brachte keinen dauerhaften Frieden

Papst Leo XIV. hat vor einer wachsenden Akzeptanz des Krieges gewarnt. In einer Videobotschaft an das Internationale Friedenstreffen in Assisi sagte er am Dienstag: „Krieg darf niemals im Namen Gottes geführt werden! Es gibt keinen heiligen Krieg: Nur der Friede ist heilig!“

Wer Krieg wieder als Mittel der Politik akzeptiere, verrate die Erinnerung an das 20. Jahrhundert und das „sinnlose Gemetzel von Millionen Menschenleben“. Friede müsse wieder „zum gemeinsamen Ideal der Völker werden“. Statt neue Kriege vorzubereiten, müsse die Welt den Frieden wiederherstellen.

Nach dem Ende des Kalten Krieges 1989 hätten viele auf eine Zeit des Friedens und des Wohlstands gehofft, so der Papst. Doch die Globalisierung habe nicht automatisch zu mehr Einigkeit geführt. Sie habe auch fundamentalistische, identitäre und nationalistische Strömungen begünstigt. Dagegen setzt Leo XIV. den „Geist von Assisi“: Vermittlung, Dialog und gemeinsames Handeln für eine friedliche Zukunft. Er rief dazu auf, diesen Geist „weiter wachsen zu lassen“.

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Dialog statt Arroganz

Eine zentrale Rolle misst der Papst dem Gebet zu. Es sei Ausdruck der „demütigen Kraft der Gläubigen“ und niemals vergeblich, weil es Menschen zum Dialog mit Gott, ihren Mitmenschen und der gesamten Schöpfung führe.

In der Tradition des heiligen Franziskus nahm Leo XIV. vor allem die religiösen Oberhäupter in die Pflicht. Sie sollen die Verständigung innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaften und in der Gesellschaft fördern. Ziel müsse es sein, „die Sprache der Arroganz durch die Sprache des Friedens, der Verhandlung und des Verständnisses“ zu ersetzen. So könne die Menschheit Schritt für Schritt aus der Spirale der Gewalt herausfinden.

40 Jahre nach dem ersten Friedensgebet

Anlass der Botschaft war der 40. Jahrestag des ersten großen Friedensgebets, zu dem Papst Johannes Paul II. 1986 in die Stadt des heiligen Franziskus eingeladen hatte. Leo XIV. erholt sich derzeit noch von einer Lungenoperation und konnte deshalb nicht persönlich teilnehmen. Gern wäre er am Grab des heiligen Franziskus mit den Teilnehmern zusammengekommen, um ein Zeichen dafür zu setzen, „dass ein Leben als Brüder und Schwestern bereits möglich ist“.

Dem Dikasterium für den interreligiösen Dialog und der Gemeinschaft Sant’Egidio dankte der Papst dafür, den von seinen Vorgängern eingeschlagenen Weg engagiert fortzusetzen. Die langjährige Friedensarbeit habe bereits „viele Früchte getragen“.

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Über Andreas Nachbar

Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.

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