Christenverfolgung

Nigeria und USA verstärken Zusammenarbeit gegen eskalierende Sicherheitskrise

Angesichts der sich zuspitzenden Sicherheitslage in Nigeria und der jüngsten Massenentführungen hat Präsident Bola Tinubu eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit den USA gebilligt, um die Sicherheitskrise im Land wirksamer zu bekämpfen.

A
Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Nigeria und USA verstärken Zusammenarbeit gegen eskalierende Sicherheitskrise
(c) Bildnachweis: Beitragsbild @ Kabusa16 - Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Angesichts der sich zuspitzenden Sicherheitslage in Nigeria und der jüngsten Massenentführungen hat Präsident Bola Tinubu eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit den USA gebilligt, um die Sicherheitskrise im Land wirksamer zu bekämpfen. Während weiterhin Hunderte Menschen – darunter überwiegend Kinder – in der Gewalt bewaffneter Gruppen sind, üben Kirchenvertreter scharfe Kritik an der Regierung und warnen vor einer nationalen Krise. Zu der schwerwiegenden Unsicherheit in Nigeria verfasste die nigerianische Bischofskonferenz eine Erklärung unter dem Titel „Frieden in Nigeria, vom Zerbrechlichen zur Stabilität übergehen“.

Bischofskonferenz prangert fehlenden politischen Willen an

Bischof Bulus Yohanna betonte, dass die jüngste Erklärung der nigerianischen Bischofskonferenz ein realistisches Bild der Gewalt zeichne, die das Land seit Jahren erschüttert. Als zentrale Ursache für das anhaltende Scheitern staatlicher Maßnahmen nennt er den mangelnden politischen Willen der Verantwortlichen. „Ich denke, es mangelt an politischem Willen seitens derer, die die Autorität haben, diese Probleme wirksam anzugehen“, so der Bischof wörtlich. Die Bischofskonferenz zeigt sich in der Erklärung besorgt. Sie bezeichnete die Sicherheitslage als „beklagenswert“, das zunehmend fragile gesellschaftliche und religiöse Klima als „wahrlich beunruhigend“.

Mit einem Blick auf die jüngsten Ereignisse beschreibt sie die Situation im Land als „nationale Krise“. Immer neue Übergriffe belegten das Ausmaß der Gewalt – von Entführungen in Kwara, Kebbi und Borno über die Geiselnahme von Hunderten Schülern in Kontagora bis hin zu Massakern wie jenem in Taraba. Die Bischöfe forderten die Regierung daher eindringlich auf, ihrer verfassungsmäßigen Pflicht zum Schutz der Bürger endlich nachzukommen.

Unterstützen Sie uns

Unabhängiger, katholischer Journalismus braucht Sie.

GodMag finanziert sich durch die freiwilligen Beiträge unserer Leser. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, helfen Sie uns bitte mit einer kleinen Spende, um unsere Arbeit fortzusetzen.

Nigeria und USA: Gemeinsam gegen die Sicherheitskrise

Nur wenige Tage nach Veröffentlichung der Erklärung der Bischöfe genehmigte Nigerias Präsident Bola Tinubu eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern der USA und Nigerias, um die Sicherheitslage in dem westafrikanischen Staat zu verbessern. Wie das Präsidialamt mitteilte, unterzeichnete Präsident Tinubu in der Nacht auf Freitag das Dokument zur Einrichtung der Arbeitsgruppe mit den USA. Zuvor war eine nigerianische Delegation zu Gesprächen nach Washington gereist. Für zusätzliche Spannungen hatte Ende Oktober US-Präsident Donald Trump gesorgt, der Nigeria mangelnden Einsatz gegen die Verfolgung von Christen vorwarf und erklärte, die USA könnten angesichts der anhaltenden Gewalt nicht untätig bleiben.

In Nigeria, wo Christen und Muslime nahezu gleich stark vertreten sind, stießen Trumps Äußerungen zunächst auf deutliche Kritik. Tinubu – selbst Muslim und mit einer evangelikalen Pastorin verheiratet – betonte die religiöse Toleranz im Land und verwies darauf, dass die zunehmende Unsicherheit Menschen aller Glaubensrichtungen treffe. Nach mehreren Massenentführungen im November rief er dennoch den Sicherheitsnotstand aus.

Währenddessen bleiben Hunderte Entführte, überwiegend Kinder und Jugendliche, weiterhin in der Gewalt bewaffneter Gruppen. Erst vor wenigen Tagen griff eine bewaffnete Gruppe die katholische St.-Mary-Schule im Bundesstaat Niger an und hält seither mehr als 300 Menschen fest. Bischof Yohanna erklärte gegenüber dem Hilfswerk „missio Aachen“, dass bislang kein direkter Kontakt zu den Entführern bestehe. Noch immer würden 265 Schüler sowie zwölf Lehrkräfte festgehalten. Der Bischof warf den Behörden vor, trotz der angespannten Lage keine Warnungen herausgegeben zu haben. Frühere Hinweise auf mögliche Angriffe hätten zwar zu zeitweiligen Schulschließungen geführt, doch die meisten Sicherheitsmaßnahmen seien in den vergangenen Jahren aus Eigeninitiative ergriffen worden.

A

Über Andreas Nachbar

Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Sie können auch als Gast kommentieren. Wir senden Ihnen eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird Ihr Kommentar von der Redaktion geprüft.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an