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hl. Ambrosius
Bischof von Mailand, Kirchenlehrer
* 340 in Trier† 4. April 397 in MailandGedenktag 7. Dezember
Der in Trier geborene Statthalter wurde vom Volk zum Bischof von Mailand ausgerufen, noch bevor er getauft war. Er brachte die betende Schriftlesung in den Westen und führte Augustinus zum Glauben.
Einer der großen Kirchenväter des Westens war ein Deutscher, jedenfalls nach heutiger Geografie. Ambrosius wurde um 340 in Trier geboren, wo sein Vater als Präfekt die römischen Provinzen in Gallien verwaltete. Die Familie war christlich.
Vom Statthalter zum Bischof
Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Mutter mit ihm nach Rom. Dort erhielt er die Ausbildung für eine Laufbahn im Staatsdienst, mit Rhetorik und Recht. Um 370 wurde er Statthalter der Provinzen Emilia und Liguria mit Sitz in Mailand, der höchste Beamte des Reiches in Norditalien.
In Mailand tobte damals der Streit zwischen Rechtgläubigen und Arianern, und nach dem Tod des arianischen Bischofs drohte er zu eskalieren. Ambrosius ging in die Kirche, um die Lage zu beruhigen. Seine Autorität war so groß, dass das Volk ihn zum Bischof ausrief – obwohl er noch gar nicht getauft war, sondern Katechumene.
Ambrosius kannte die Bibel kaum. Also begann er sie zu studieren, und zwar gründlich. Über die Schriften des Origenes lernte er, die Bibel auszulegen, und brachte diese betende Schriftlesung, die „lectio divina“, in den lateinischen Westen. Seine Predigten und seine vielen Schriften wuchsen aus diesem Hören auf das Wort Gottes.
Der Bischof des Augustinus
In Mailand kam ein junger Rhetoriklehrer aus Afrika in seine Predigten: Augustinus, skeptisch und auf der Suche. Was ihn schließlich zum Glauben führte, waren nicht nur die Predigten des Ambrosius, sondern sein Beispiel und das einer Gemeinde, die zusammenhielt. Als die Kaiserin 386 eine Kirche für die Arianer beanspruchte, wachte das Volk dort Tag und Nacht, bereit, mit seinem Bischof zu sterben. Augustinus wurde von Ambrosius getauft und schrieb später, wie sehr ihn dieser Mann beeindruckt hatte – bis hin zu einem Detail: Ambrosius las still, nur mit den Augen, was damals ungewöhnlich war.
„Omnia Christus est nobis“, Christus ist uns alles – das war ein Satz, den Ambrosius immer wieder sagte.
Er starb in der Nacht vom 3. auf den 4. April 397 in Mailand, im Morgengrauen des Karsamstags, mit ausgebreiteten Armen betend. Er war noch keine 60 Jahre alt. Sein Gedenktag ist der 7. Dezember.