Gemälde von Guido Reni: Die heilige Cäcilia mit einem Streichinstrument, den Blick nach oben gerichtet.
Guido Reni, „Die hl. Cäcilia“ (1606), Norton Simon Museum, Pasadena, gemeinfrei via Wikimedia Commons
  • Heilig
  • Märtyrer/in

hl. Cäcilia

Jungfrau und Märtyrin in Rom

Gedenktag 22. November

Die römische Märtyrerin steht im Ersten Hochgebet und wird seit dem 5. Jahrhundert verehrt. Über ihr Leben erzählt vor allem die Legende. Sie ist Patronin der Kirchenmusik und der Musiker.

Kaum ein Kirchenchor, der im November nicht seinen Cäcilientag feiert. Cäcilia ist die Patronin der Kirchenmusik, der Musikerinnen und Musiker und auch der Instrumentenbauer. Über die Frau selbst wissen wir allerdings erstaunlich wenig.

Gesichert ist: Die Kirche von Rom verehrte Cäcilia spätestens Ende des 5. Jahrhunderts als Jungfrau und Märtyrin. Ihr Name steht im Römischen Messkanon, dem heutigen Ersten Hochgebet. Und in Trastevere erhebt sich die Basilika Santa Cecilia, der Überlieferung nach an der Stelle ihres Wohnhauses. Dass sie gelebt hat, wurde nie ernsthaft bezweifelt. Die Einzelheiten ihres Lebens stammen aber aus einer Leidensgeschichte, die erst im 5. Jahrhundert entstand.

Die Legende

Diese Erzählung ist schön und dramatisch: Cäcilia, eine junge Christin aus vornehmer römischer Familie, hatte gelobt, Jungfrau zu bleiben, wurde aber mit dem Heiden Valerian verheiratet. In der Hochzeitsnacht erzählte sie ihm von einem Engel, der sie beschütze. Valerian wollte den Engel sehen, ließ sich taufen, und auch sein Bruder Tiburtius wurde Christ. Beide starben als Märtyrer. Cäcilia selbst wurde zum Tod verurteilt; das Schwert traf sie dreimal, doch sie lebte noch drei Tage, verschenkte ihren Besitz an die Armen und vermachte ihr Haus der Kirche. Nach der Überlieferung starb sie um das Jahr 230.

Wie sie zur Patronin der Musik wurde

Die Verbindung zur Musik verdankt sich einem Satz aus dieser Legende, und vermutlich einem Missverständnis. Dort heißt es, Cäcilia habe während ihrer Hochzeit, als die Instrumente spielten, in ihrem Herzen allein für Gott gesungen. Später wurde der lateinische Satz so gelesen, als habe sie selbst musiziert. Seit der Renaissance wird sie meist mit einer Orgel dargestellt.

In Santa Cecilia in Trastevere liegt unter dem Altar die berühmte Marmorstatue von Stefano Maderno aus dem Jahr 1600: die junge Frau, auf der Seite liegend, das Gesicht abgewandt. Ihr Gedenktag ist der 22. November.

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an