Altartafel von Hans Holbein d. Ä.: Die heilige Elisabeth mit Krone reicht Bettlern Wein und Brot.
Hans Holbein d. Ä., Sebastiansaltar, rechter Flügel: Die hl. Elisabeth (1516), Alte Pinakothek München, gemeinfrei (The Yorck Project) via Wikimedia Commons
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hl. Elisabeth von Thüringen

Landgräfin von Thüringen

* 1207 in Ungarn (Ort umstritten)† 17. November 1231 in MarburgGedenktag 19. November

Die ungarische Königstochter und Landgräfin auf der Wartburg diente den Armen und Kranken, gründete in Marburg ein Hospital und starb mit 24 Jahren. Sie wird von Katholiken und Protestanten verehrt.

Sie wurde nur 24 Jahre alt. Und doch ist Elisabeth von Thüringen bis heute eine der bekanntesten Frauen des Mittelalters – verehrt von Katholiken und Protestanten, in Ungarn wie in Deutschland.

Elisabeth kam 1207 als Tochter König Andreas’ II. von Ungarn zur Welt; wo genau, ist unter Historikern umstritten. Ihre Mutter Gertrud von Andechs-Meranien war eine Schwester der heiligen Hedwig. Schon als kleines Kind wurde Elisabeth mit dem Sohn des Landgrafen von Thüringen verlobt und mit vier Jahren auf die Wartburg bei Eisenach gebracht. Eine politische Verbindung, wie damals üblich. Aber zwischen Elisabeth und ihrem späteren Mann Ludwig wuchs echte Liebe.

Eine Fürstin, die nicht ins Bild passte

Am Hof eckte sie an. Bei ihrer Hochzeit wurde ein Teil des Geldes für das Festmahl den Armen gegeben. Einmal, so erzählen ihre Dienerinnen, nahm sie in der Kirche ihre Krone ab: Wie könne sie eine Krone tragen, wenn ihr König Jesus Christus eine Dornenkrone trage? Sie aß nichts, von dem sie nicht sicher war, dass es rechtmäßig erworben war. Sie ging hinunter in die Häuser der Armen, brachte Brot, Fleisch und Mehl, pflegte Kranke und bestattete Tote.

Ludwig stand zu ihr. Als man sich bei ihm beschwerte, soll er gesagt haben, solange sie nicht die Burg verkaufe, sei er zufrieden. Aus dieser Zeit stammt auch die Legende vom Rosenwunder: Als Ludwig sie fragte, was sie in ihrer Schürze trage, sollen sich die Brote für die Armen in Rosen verwandelt haben.

Witwe mit drei Kindern

1227 brach Ludwig zum Kreuzzug auf und starb noch vor der Überfahrt in Otranto an einem Fieber. Er war 27 Jahre alt. Für Elisabeth begann eine harte Zeit: Ihr Schwager riss die Herrschaft an sich, und sie musste mit ihren drei Kindern die Wartburg verlassen.

Ab 1228 lebte sie in Marburg. Dort gründete sie ein Hospital und diente den Kranken selbst, gerade bei den Aufgaben, vor denen andere zurückschreckten. Sie trug ein graues Gewand und lebte nach dem Vorbild des heiligen Franziskus. Als ihr Beichtvater Konrad sie dafür tadelte, antwortete sie, sie empfange von den Armen besondere Gnade.

Marburg

Elisabeth starb in der Nacht zum 17. November 1231. Schon dreieinhalb Jahre später, am Pfingstsonntag 1235, sprach Papst Gregor IX. sie in Perugia heilig. Grundlage waren vor allem die Aussagen ihrer vier Dienerinnen. Noch im selben Jahr wurde über ihrem Grab der Grundstein für die Elisabethkirche gelegt, eines der frühesten gotischen Bauwerke in Deutschland.

In der Reformation ließ Landgraf Philipp von Hessen ihre Gebeine 1539 entfernen; seither ist die Elisabethkirche evangelisch. Elisabeth ist Patronin des Franziskanischen Dritten Ordens, der Caritas und des Bistums Erfurt. Im deutschen Sprachgebiet wird ihr Gedenktag am 19. November gefeiert.

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