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Kardinal Gerhard Ludwig Müller
Emeritierter Präfekt der Glaubenskongregation
* 31. Dezember 1947 in Mainz-Finthen
Der Mainzer Dogmatiker lehrte 16 Jahre in München, war Bischof von Regensburg und von 2012 bis 2017 Präfekt der Glaubenskongregation. Seit 2014 ist er Kardinal und lebt in Rom; er gründete das Institut Papst Benedikt XVI.
Gerhard Ludwig Müller ist einer der profiliertesten Dogmatiker der Gegenwart. Nach langen Jahren als Professor in München leitete er das Bistum Regensburg und stand von 2012 bis 2017 als Präfekt an der Spitze der Glaubenskongregation – als zweiter Deutscher nach Joseph Ratzinger. Er gilt als eine der markantesten konservativen Stimmen im Kardinalskollegium.
Herkunft und Studium
Müller wurde am 31. Dezember 1947 in Finthen, einem Stadtteil von Mainz, als Sohn eines Arbeiters geboren und wuchs mit drei Geschwistern auf. Er studierte Philosophie und Theologie in Mainz, München und Freiburg im Breisgau. 1977 wurde er bei Karl Lehmann mit einer Arbeit über Dietrich Bonhoeffers Beitrag zu einer ökumenischen Sakramententheologie promoviert.
Priester im Bistum Mainz
Am 11. Februar 1978 empfing er die Priesterweihe für das Bistum Mainz. Er war Kaplan in Klein-Krotzenburg, Bürstadt und Offenbach und unterrichtete Religion an Gymnasien in Büdingen und Nidda. 1985 habilitierte er sich, wiederum bei Karl Lehmann, mit einer Studie über Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen.
Professor in München
Von 1986 bis 2002 lehrte er Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Als Gastprofessor wirkte er in Peru, Spanien, den USA, Indien, Rom, Lugano und Brasilien. Seine Begegnung mit Lateinamerika führte zu einer langen Freundschaft mit dem Befreiungstheologen Gustavo Gutiérrez, mit dem er gemeinsam ein Buch veröffentlichte. Daneben arbeitete er in der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz und von 1998 bis 2003 in der Internationalen Theologenkommission mit.
Bischof von Regensburg
Am 1. Oktober 2002 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Regensburg; die Bischofsweihe empfing er am Christkönigsfest, dem 24. November 2002. Sein Wahlspruch lautet Dominus Iesus – „Jesus ist der Herr“ (Röm 10,9). Er bereitete den Besuch Papst Benedikts XVI. in Regensburg 2006 maßgeblich vor und gründete das Institut Papst Benedikt XVI., das die Gesammelten Schriften Joseph Ratzingers herausgibt. In der Bischofskonferenz leitete er die Ökumenekommission und führte für die katholische Seite den internationalen lutherisch-katholischen Dialog.
Präfekt der Glaubenskongregation
Am 2. Juli 2012 berief ihn Papst Benedikt XVI. zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre und zum Präsidenten der Päpstlichen Bibelkommission, der Internationalen Theologenkommission und der Kommission Ecclesia Dei. Papst Franziskus bestätigte ihn 2013 und erhob ihn am 22. Februar 2014 zum Kardinal; seine Titelkirche ist Sant’Agnese in Agone. 2017 endete seine Amtszeit als Präfekt.
Stimme in der Weltkirche
Seither lebt Müller in Rom, ist Mitglied des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur und meldet sich als Theologe und Autor regelmäßig zu Wort. Er nahm am Konklave 2025 teil, das Papst Leo XIV. wählte.