Gemälde von El Greco: Der Apostel Johannes als junger Mann mit einem Kelch, aus dem eine kleine Schlange steigt.
El Greco, „Der hl. Johannes der Evangelist“ (1608–1614), gemeinfrei via Wikimedia Commons
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hl. Johannes

Apostel und Evangelist

Fest 27. Dezember

Der Fischer aus Galiläa gehörte mit Petrus und Jakobus zum engsten Kreis um Jesus. Die Tradition sieht in ihm den Lieblingsjünger und Evangelisten. Er soll hochbetagt in Ephesus gestorben sein.

Johannes war Fischer am See Gennesaret, ein Sohn des Zebedäus, und gerade dabei, mit seinem Bruder Jakobus die Netze herzurichten, als Jesus sie beide rief (Mk 1,19). Sie ließen alles liegen. Sein jüdischer Name bedeutet: Der Herr hat Gnade erwiesen.

Im engsten Kreis

Johannes gehörte zu den drei Jüngern, die Jesus bei besonderen Momenten mitnahm. Mit Petrus und Jakobus war er dabei, als Jesus die Tochter des Jaïrus vom Tod erweckte, als er auf dem Berg verklärt wurde und als er in der Nacht vor seinem Tod in Getsemani betete. Zusammen mit Petrus bereitete er das letzte Paschamahl vor.

Ganz frei von Ehrgeiz war die Familie nicht: Die Mutter der beiden Brüder bat Jesus einmal, ihre Söhne im Reich Gottes rechts und links neben ihm sitzen zu lassen. Jesus antwortete mit einer Gegenfrage – ob sie den Kelch trinken könnten, den er trinken werde.

Nach Ostern war Johannes eine der „Säulen“ der Gemeinde in Jerusalem, wie Paulus schreibt (Gal 2,9). Vor dem Hohen Rat erklärte er mit Petrus, sie könnten unmöglich schweigen über das, was sie gesehen und gehört hätten (Apg 4,20).

Der Jünger, den Jesus liebte

Die Tradition sieht in Johannes den „Jünger, den Jesus liebte“, von dem das Johannesevangelium erzählt: der beim Abendmahl an der Brust Jesu lag, der mit Maria unter dem Kreuz stand und dem Jesus seine Mutter anvertraute, der als einer der Ersten zum leeren Grab lief. Ob diese Gleichsetzung stimmt, ist unter Bibelwissenschaftlern heute umstritten. Für die Frömmigkeit vieler Jahrhunderte war sie selbstverständlich.

Nach alter Überlieferung wirkte Johannes viele Jahre in Ephesus und starb dort hochbetagt unter Kaiser Trajan. Im 6. Jahrhundert ließ Kaiser Justinian über seinem Grab eine große Basilika errichten, deren Ruinen noch heute zu sehen sind. Die Ostkirche nennt ihn einfach „den Theologen“.

Sein Fest ist der 27. Dezember. An diesem Tag wird traditionell der Johanniswein gesegnet, der „Minnetrunk“ auf die Liebe. 2026 fällt der 27. Dezember auf einen Sonntag; dann hat das Fest der Heiligen Familie Vorrang.

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