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hl. Johannes vom Kreuz
Ordenspriester, Kirchenlehrer
* 1542 in Fontiveros bei Ávila† 14. Dezember 1591 in Kloster bei Jaén (Andalusien)Gedenktag 14. Dezember
Der spanische Karmelit reformierte mit Teresa von Ávila seinen Orden und schrieb in Gefangenschaft einige der schönsten Gedichte der spanischen Sprache. Der Mystiker der „dunklen Nacht“ ist Kirchenlehrer.
Seine schönsten Gedichte schrieb er im Gefängnis. Johannes vom Kreuz, einer der größten Mystiker der Kirche und einer der bedeutendsten Dichter Spaniens, saß monatelang in einer engen Zelle – eingesperrt von seinen eigenen Ordensbrüdern.
Arme Herkunft
Juan de Yepes wurde 1542 in Fontiveros bei Ávila geboren. Die Familie war bitterarm: Sein Vater stammte aus einer adligen Familie aus Toledo, war aber enterbt worden, weil er eine einfache Seidenweberin geheiratet hatte. Er starb früh. Juan zog mit Mutter und Bruder nach Medina del Campo, arbeitete im Krankenhaus und konnte schließlich bei den Jesuiten studieren.
1563 trat er in Medina del Campo in den Karmel ein, studierte in Salamanca und wurde 1567 zum Priester geweiht. Bei seiner Primiz in Medina traf er eine Frau, die sein Leben verändern sollte: Teresa von Ávila.
Mit Teresa für die Reform des Karmel
Teresa erzählte ihm von ihrem Plan, den Karmel zu erneuern, auch die Männerklöster. Juan war sofort begeistert. Am 28. Dezember 1568 eröffneten sie in Duruelo das erste Kloster der Unbeschuhten Karmeliten – Juan und drei Gefährten, in größter Armut. Von da an nannte er sich Johannes vom Kreuz.
Die Reform hatte Gegner. 1577 wurde Johannes aufgrund einer ungerechten Anklage von Brüdern der alten Observanz verhaftet und in Toledo eingesperrt, monatelang, unter harten Bedingungen. Dort entstand der „Geistliche Gesang“. In der Nacht vom 16. auf den 17. August 1578 gelang ihm die Flucht.
Die dunkle Nacht
Danach lebte er viele Jahre in Andalusien, vor allem in Granada, und übernahm wichtige Ämter in seinem Orden. In dieser Zeit schrieb er seine großen Werke: „Aufstieg zum Berg Karmel“, „Die dunkle Nacht“, „Der geistliche Gesang“ und „Die lebendige Liebesflamme“. Sie beschreiben den Weg der Seele zu Gott, durch Läuterung und Dunkelheit hindurch bis zur Vereinigung in Liebe. Sein Bild dafür ist das Feuer, das das Holz erst schwärzt und dann ganz zur Flamme macht.
Johannes starb in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 1591 in Úbeda, während seine Mitbrüder das Nachtgebet sangen. Er sei unterwegs, sagte er, um im Himmel das Stundengebet zu singen. Seine Gebeine ruhen in Segovia. 1726 wurde er heiliggesprochen, 1926 zum Kirchenlehrer erklärt. Man nennt ihn den „Doctor mysticus“.