Gemaltes Bildnis des heiligen Karl Borromäus im roten Kardinalsgewand, im Profil mit markanter Nase.
Bildnis des hl. Karl Borromäus, Pinacoteca Ambrosiana, Mailand, gemeinfrei via Wikimedia Commons
  • Heilig
  • Ordensgründer/in

hl. Karl Borromäus

Erzbischof von Mailand, Kardinal

* 2. Oktober 1538 in Arona am Lago Maggiore† 3. November 1584 in MailandGedenktag 4. November

Der Erzbischof von Mailand setzte die Reformen des Konzils von Trient konsequent um und blieb 1576 während der Pest bei den Kranken, als andere flohen. Er ist Patron der Seelsorger und Priesterseminare.

Er hätte es sich bequem machen können. Als jüngerer Sohn der Grafen Borromeo und Neffe eines Papstes war Karl ein Leben in Wohlstand und kirchlichen Ehren vorgezeichnet – Titel, Einkünfte, aber keine echte Verantwortung für Menschen. Schon mit knapp zwölf Jahren trug er den Titel eines Kommendatarabts. Und als sein älterer Bruder Federico plötzlich starb, hätte er sogar die Führung der Familie übernehmen können.

Karl entschied sich anders. Er ließ sich zum Priester weihen, wurde Erzbischof von Mailand und Kardinal – und nahm beides ernst, was damals keineswegs selbstverständlich war. Papst Benedikt XVI. hat es 2010 so beschrieben: Borromäus beklagte nicht nur den Zustand der Kirche, sondern begann die Reform bei sich selbst.

Der Bischof von Trient

Karl Borromäus hatte großen Anteil daran, dass das Konzil von Trient zu einem Abschluss kam. Ab 1566 lebte er ganz in Mailand und setzte die Beschlüsse des Konzils um – gründlich, konsequent und oft gegen erhebliche Widerstände. Er visitierte sein riesiges Bistum bis in die letzten Bergtäler, gründete Priesterseminare und ließ Kinder und Erwachsene in Schulen der christlichen Lehre unterrichten.

Nicht jeder war begeistert. 1569 schoss ein Attentäter in seiner Hauskapelle auf ihn; Karl blieb unverletzt.

Bei den Kranken in der Pest

Am stärksten hat sich ein anderes Bild eingeprägt: 1576 brach in Mailand die Pest aus. Der spanische Statthalter und viele Adlige verließen die Stadt. Der Erzbischof blieb, organisierte die Versorgung der Kranken und Hungernden und war mitten unter ihnen. Für die Mailänder wurde er zum Vater der Armen.

Karl Borromäus starb am 3. November 1584 in Mailand, erst 46 Jahre alt. Am 1. November 1610 wurde er heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 4. November.

Bis heute gilt er als Patron der Seelsorger und Priesterseminare, der Krankenpflege und der Universitäten. Viele Ordensgemeinschaften tragen seinen Namen, in Deutschland etwa die Borromäerinnen.

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