Gemälde von Francisco Herrera dem Jüngeren: Papst Leo der Große in päpstlichen Gewändern.
Francisco Herrera d. J., „San León Magno“, Museo del Prado, Madrid, gemeinfrei via Wikimedia Commons
  • Heilig
  • Kirchenlehrer/in
  • Prediger/in
  • Theologe/Theologin

hl. Leo der Große

Papst und Kirchenlehrer

† 10. November 461 in RomGedenktag 10. November

Der Papst des 5. Jahrhunderts stellte sich Attila in den Weg, schützte Rom vor dem Brand durch die Vandalen und prägte mit seinem Lehrbrief das Konzil von Chalcedon. Er ist Kirchenlehrer.

Der Beiname „der Große“ kam früh, und er ist verdient. Leo war der erste Bischof von Rom, der diesen Namen trug – zwölf Päpste haben ihn seither übernommen. Und er ist der erste Papst, dessen Predigten an das Volk wir bis heute im Wortlaut lesen können.

Leo stammte aus der Toskana. Um das Jahr 430 war er Diakon der römischen Kirche und hatte dort bereits großes Gewicht. 440 schickte ihn die Kaiserin Galla Placidia nach Gallien, um einen Konflikt zu schlichten. Noch während dieser Mission erreichte ihn die Nachricht, dass er zum Nachfolger von Papst Sixtus III. gewählt worden war. Am 29. September 440 wurde er geweiht. Sein Pontifikat dauerte mehr als 21 Jahre.

Vor Attila, vor Geiserich

Es waren unruhige Zeiten. Das weströmische Reich zerfiel, Völker drangen über die Grenzen, und der Bischof von Rom musste Aufgaben übernehmen, die eigentlich der Staat hätte tragen müssen. Berühmt wurde vor allem das Jahr 452: Leo reiste mit einer römischen Gesandtschaft nach Mantua und brachte den Hunnenkönig Attila dazu, seinen Feldzug in Italien abzubrechen.

Drei Jahre später gelang das nicht. Die Vandalen unter Geiserich standen vor Rom, und Leo ging ihnen mit seinem Klerus unbewaffnet entgegen. Die Plünderung der Stadt konnte er nicht verhindern. Aber Rom wurde nicht niedergebrannt, und die großen Basiliken, in die sich die Menschen geflüchtet hatten, blieben verschont.

„Petrus hat durch Leo gesprochen“

Seine größte Wirkung hatte Leo als Theologe. Im Streit darüber, wie in Jesus Christus Gott und Mensch zusammengehören, schrieb er einen Lehrbrief an den Bischof von Konstantinopel, den sogenannten „Tomus ad Flavianum“. Beim Konzil von Chalcedon 451 wurde er verlesen, und die Bischöfe antworteten mit dem Ruf, Petrus habe durch Leo gesprochen. Das Konzil bekannte: wahrer Gott und wahrer Mensch, in einer Person, unvermischt und ungetrennt.

Fast 100 Predigten und rund 150 Briefe sind erhalten. Sie zeigen einen Seelsorger, der in einem von Hunger, Flucht und Armut geprägten Rom zur Nächstenliebe rief und Fasten immer mit Almosen verband. Gottesdienst war für ihn nicht Erinnerung an Vergangenes, sondern Gegenwart.

Leo starb am 10. November 461 und wurde nahe dem Petrusgrab beigesetzt; seine Reliquien liegen heute in einem Altar des Petersdoms. 1754 erklärte ihn Papst Benedikt XIV. zum Kirchenlehrer.

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an