
- Heilig
hl. Nikolaus
Bischof von Myra
Gedenktag (nicht geboten) 6. Dezember
Der Bischof von Myra lebte im 4. Jahrhundert; fast alles Weitere ist Legende. Seine Reliquien kamen 1087 nach Bari. Als heimlicher Schenker wurde er zum Gabenbringer der Kinder am 6. Dezember.
Er ist vermutlich der beliebteste Heilige der Welt – in der Ostkirche wie im Westen, bei Kindern wie bei Erwachsenen. Und gleichzeitig wissen wir historisch über ihn kaum mehr als einen Satz: Nikolaus war Bischof von Myra in Lykien, an der Südküste der heutigen Türkei, wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts.
Alles Weitere ist Überlieferung, und die ist reich. Sie erzählt, er sei in Patara geboren und von seinem Onkel, ebenfalls Bischof von Myra, zum Priester geweiht worden. Unter Kaiser Diokletian soll er verbannt und gefangen gewesen sein, später am Konzil von Nicäa 325 teilgenommen haben. Als Todestag nennt die Tradition den 6. Dezember. Die frühen Erzählungen vermischen ihn zudem mit einem anderen Nikolaus, einem Abt aus Sion in Lykien.
Die Legenden
Am bekanntesten ist die Geschichte von den drei Mädchen, deren Vater so arm war, dass er sie nicht verheiraten konnte. Nikolaus warf nachts heimlich Gold durch ihr Fenster. Eine andere Legende erzählt, wie er bei einer Hungersnot einen Kaufmann dazu brachte, die Bevölkerung von Myra mit Getreide zu versorgen. Aus solchen Geschichten wurde der Bischof, der heimlich schenkt.
Von Myra nach Bari
Schon bald nach seinem Tod wurde sein Grab in Myra ein Wallfahrtsort, vor allem für die Ostkirche. In den Westen kam die Verehrung erst später. Als im 11. Jahrhundert die Seldschuken Lykien eroberten, holten Seeleute aus Bari seine Gebeine aus Myra. Am 9. Mai 1087 liefen sie in Bari ein. Über den Reliquien entstand die Basilika San Nicola, bis heute ein großer Wallfahrtsort für katholische und orthodoxe Christen. Ob die Gebeine echt sind, lässt sich nicht beweisen.
Der Bischof mit den Geschenken
Seit dem Mittelalter ist Nikolaus der Gabenbringer der Kinder. Bis ins 19. Jahrhundert war der Nikolaustag in vielen Gegenden der eigentliche Tag der Bescherung. In Kloster- und Stiftsschulen spielte an diesem Tag ein Schüler den Bischof. Ab dem 17. Jahrhundert kam der Brauch auf, dass Nikolaus die Kinder zu Hause besucht, lobt und tadelt – oft in Begleitung dunkler Gestalten wie Knecht Ruprecht. Den Weihnachtsmann gäbe es ohne ihn nicht.
Sein Gedenktag ist der 6. Dezember. Er ist Patron der Kinder, der Seeleute und vieler Kirchen und Städte.