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Kardinal Reinhard Marx
Erzbischof von München und Freising
* 21. September 1953 in Geseke
Der Sozialethiker aus Westfalen ist seit 2008 Erzbischof von München und Freising und seit 2010 Kardinal. Er war Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Berater von Papst Franziskus und koordiniert seit 2014 den Wirtschaftsrat des Vatikans.
Reinhard Marx gehört seit zwei Jahrzehnten zu den einflussreichsten Bischöfen Deutschlands und Europas. Der Sozialethiker leitet das Erzbistum München und Freising, war Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und koordiniert seit 2014 den Wirtschaftsrat des Vatikans.
Herkunft und Ausbildung
Marx wurde am 21. September 1953 im westfälischen Geseke geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Paderborn und am Institut Catholique in Paris und empfing am 2. Juni 1979 die Priesterweihe für das Erzbistum Paderborn. Später wurde er an der Universität Bochum promoviert.
Sozialethiker in Paderborn
1989 übernahm er die Leitung des Sozialinstituts Kommende in Dortmund und lehrte Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn. Die katholische Soziallehre – Arbeit, Wirtschaft, Gerechtigkeit – wurde zu seinem Lebensthema.
Bischof in Paderborn und Trier
Am 23. Juli 1996 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Paderborn; die Bischofsweihe empfing er an seinem 43. Geburtstag, dem 21. September 1996. Am 20. Dezember 2001 wurde er Bischof von Trier, der ältesten Diözese Deutschlands. Sein Wahlspruch lautet Ubi Spiritus Domini, ibi libertas – „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17).
Erzbischof von München und Freising
Am 30. November 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von München und Freising – jenem Bistum, das Joseph Ratzinger selbst einst geleitet hatte. Am 20. November 2010 nahm ihn Benedikt XVI. in das Kardinalskollegium auf; seine Titelkirche ist San Corbiniano. Er nahm an den Konklaven von 2013 und 2025 teil.
Ämter in Europa und Deutschland
2012 wählten ihn die Bischöfe der Europäischen Gemeinschaft zum Präsidenten der COMECE. Von 2014 bis 2020 war er Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und brachte in dieser Zeit den Synodalen Weg mit auf den Weg.
Berater von Papst Franziskus
Im April 2013 berief ihn Papst Franziskus in den neuen Kardinalsrat, der den Papst bei der Leitung der Weltkirche und der Kurienreform beriet; diesem Gremium gehörte er bis 2023 an. Seit März 2014 ist er Koordinator des Wirtschaftsrats, der die Finanzen des Heiligen Stuhls beaufsichtigt. Papst Leo XIV. bestätigte ihn im August 2026 in dieser Aufgabe.
Umgang mit dem Missbrauchsskandal
Im Jahr 2021 bot Marx Papst Franziskus seinen Rücktritt an, um Mitverantwortung für das institutionelle Versagen der Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch zu übernehmen. Der Papst lehnte das Angebot ab und bat ihn, sein Amt weiter auszuüben.