Tafel vom Ursulaschrein des Hans Memling (1489), Brügge: das Martyrium der heiligen Ursula vor Köln.
Hans Memling, Ursulaschrein, Szene 5: Martyrium (1489), Sint-Janshospitaal Brügge, gemeinfrei via Wikimedia Commons
  • Heilig
  • Märtyrer/in

hl. Ursula

Märtyrerin, Stadtpatronin von Köln

Gedenktag (nicht geboten) 21. Oktober

Die Stadtpatronin von Köln soll nach der Legende mit elftausend Gefährtinnen auf der Rückkehr von einer Romwallfahrt von den Hunnen getötet worden sein. Gesichert ist durch die Clematius-Inschrift eine frühe Verehrung von Märtyrerinnen in Köln.

Ursula ist die Stadtpatronin von Köln. Die Legende erzählt von einer christlichen Königstochter, die mit elftausend Gefährtinnen nach Rom pilgerte und auf der Rückkehr in Köln von den Hunnen ermordet wurde. Historisch gesichert ist davon nur wenig: Eine spätantike Inschrift in der Kölner Kirche St. Ursula bezeugt, dass an dieser Stelle schon früh Jungfrauen verehrt wurden, die für Christus ihr Blut vergossen hatten. Elf Kronen im Kölner Stadtwappen erinnern bis heute an sie.

Was gesichert ist

Das älteste Zeugnis ist die sogenannte Clematius-Inschrift, die im Chor der Basilika St. Ursula eingemauert ist. Darin berichtet ein Mann senatorischen Ranges namens Clematius, er habe aufgrund eines Gelübdes eine Basilika an der Stelle erneuert, an der „heilige Jungfrauen für den Namen Christi ihr Blut vergossen haben“. Einen Namen und eine Zahl nennt die Inschrift nicht. Einzelne Namen der Jungfrauen tauchen erst im 9. Jahrhundert auf, der Name Ursula erst im 10. Jahrhundert.

Die Legende

Im Lauf der Jahrhunderte wuchs die Erzählung: Ursula, eine schöne Königstochter aus Britannien oder der Bretagne, sei mit ihren Gefährtinnen zu Schiff den Rhein hinauf und nach Rom gepilgert. Bei ihrer Rückkehr hätten die Hunnen Köln belagert und die Frauen getötet; Ursula, die den Hunnenkönig zurückwies, sei von einem Pfeil durchbohrt worden. Die Zahl „elftausend“ geht wohl auf ein Missverständnis zurück: Aus „XI M. V.“ – vermutlich „elf jungfräuliche Märtyrerinnen“ – las man „elftausend Jungfrauen“. Als man 1106 bei Bauarbeiten in Köln auf ein römisches Gräberfeld stieß, hielt man die Gebeine für die der Gefährtinnen; viele davon schmücken heute die „Goldene Kammer“ von St. Ursula.

Die Verehrung Ursulas verbreitete sich über ganz Europa. Die Ursulinen, ein Orden für die Erziehung von Mädchen, tragen ihren Namen. Ihr Gedenktag ist der 21. Oktober.

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an