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Kardinal Walter Kasper
Emeritierter Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen
* 5. März 1933 in Heidenheim an der Brenz
Der Tübinger Dogmatiker war Bischof von Rottenburg-Stuttgart und von 2001 bis 2010 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Seit 2001 ist er Kardinal und gilt als einer der einflussreichsten Theologen seiner Zeit.
Walter Kasper ist einer der international bekanntesten deutschen Theologen. Als Professor in Münster und Tübingen prägte er Generationen von Theologen, als Bischof von Rottenburg-Stuttgart leitete er eine der großen deutschen Diözesen, und als Präsident des Päpstlichen Einheitsrates stand er ein Jahrzehnt lang an der Spitze der katholischen Ökumene.
Herkunft und Studium
Kasper wurde am 5. März 1933 in Heidenheim an der Brenz geboren. Nach dem Abitur studierte er Philosophie und Theologie in Tübingen und München. Am 6. April 1957 empfing er die Priesterweihe für die Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Theologe in Tübingen und Münster
Nach seiner Promotion in Tübingen arbeitete er drei Jahre als Assistent bei Leo Scheffczyk und Hans Küng. Er habilitierte sich mit einer Studie über die Philosophie und Theologie der Geschichte in der Spätphilosophie Schellings. Danach lehrte er Dogmatik in Münster und in Tübingen und war an beiden Fakultäten Dekan. Seine Bücher, etwa zur Christologie, zur Gotteslehre und zur Kirche, wurden in viele Sprachen übersetzt.
Bischof von Rottenburg-Stuttgart
Am 17. April 1989 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Rottenburg-Stuttgart; am 17. Juni 1989 wurde er geweiht. Sein Wahlspruch lautet Veritatem in caritate – „Die Wahrheit in Liebe“ (Eph 4,15). 1994 übernahm er den Vorsitz der Internationalen lutherisch-katholischen Dialogkommission.
Im Dienst der Einheit der Christen
1999 holte ihn der Papst als Sekretär des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen nach Rom. Am 21. Februar 2001 wurde er Kardinal, am 3. März 2001 Präsident des Einheitsrates. Damit verantwortete er auch die Beziehungen der Kirche zum Judentum. Sein Einsatz für die Verständigung zwischen Juden und Christen wurde international ausgezeichnet. 2010 trat er in den Ruhestand.
Theologe der Barmherzigkeit
Kasper nahm an den Konklaven von 2005 und 2013 teil. Papst Franziskus würdigte ihn unmittelbar nach seiner Wahl als guten Theologen und nannte sein Buch über die Barmherzigkeit eine große Hilfe. In den Familiensynoden 2014 und 2015 brachte Kasper eigene Vorschläge zur Seelsorge an wiederverheirateten Geschiedenen ein, die eine breite Debatte auslösten. Bis ins hohe Alter meldet er sich zu theologischen Fragen zu Wort, auch zum Synodalen Weg in Deutschland.