Gebete

Perle für Perle näher zu Jesus – der Rosenkranzmonat Oktober

Der Oktober ist Rosenkranzmonat. Ein Blick auf die Geschichte, die Geheimnisse und die tiefe geistliche Bedeutung dieses jahrhundertealten Gebets.

B
Bernd Winter
3 min Lesezeit
Perle für Perle näher zu Jesus – der Rosenkranzmonat Oktober
(c) Darte - pixabay user_id:2368951

Ein Gebet, das Ruhe schenkt, Hoffnung weckt und Menschen durch schwierige Zeiten begleitet: Der Rosenkranz hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition. Gerade im Oktober, dem Rosenkranzmonat, lädt er dazu ein, den Blick neu auf Jesus Christus zu richten und im Gebet Kraft für den Alltag zu finden. Doch was steckt dahinter, und warum ist der Rosenkranz auch heute noch für viele Menschen eine wertvolle Quelle des Glaubens?

Rosenkranz - Hinführung zu Jesus

Am 7. Oktober feiert die Kirche das Rosenkranzfest. Das Fest geht auf die Seeschlacht von Lepanto im Jahr 1571 zurück. Damals siegte die christliche Flotte über das Osmanische Reich. Papst Pius V. schrieb diesen Erfolg dem gemeinsamen Rosenkranzgebet der Gläubigen zu. Zum Dank setzte der Papst ein Gedenkfest ein. Papst Pius X. legte dann das Datum im Jahr 1913 endgültig auf den 7. Oktober fest.

Erst rund ein Jahrhundert zuvor war der Rosenkranz, wie er heute noch üblich ist, überhaupt entstanden. Besonders gefördert wurde er von den Jesuiten und Dominikanern. Eine Legende besagt sogar, dass der heilige Dominikus die Gebete oder auch den Rosenkranz selbst von Maria persönlich erhalten habe – als wirksames Mittel gegen die häretischen Albigenser. Auf manchen Bildern in unseren Kirchen ist das zu sehen: Der Hl. Dominikus kniet vor der Muttergottes und erhält aus ihrer Hand den Rosenkranz.

Im Monat Oktober beten wir verstärkt den Rosenkranz. Menschen treffen sich besonders, um auch in Rosenkranzandachten den Rosenkranz meditativ zu betrachten. Wenn wir den Rosenkranz beten, nimmt Maria uns an die Hand. Sie führt uns nicht von Jesus weg, sondern immer tiefer zu ihm. Perle für Perle betrachten wir sein Leben: seine Freude, sein Licht, sein Leiden und seine Auferstehung.

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Die Rosenkranzgeheimnisse

Dieses meditative Gebet ist ein christologisches Gebet, wie es der Hl. Papst Johannes Paul II. einmal ausgedrückt hat. Es führt es näher an Jesus heran und zwar durch die Muttergottes. Im Rosenkranz muss man nicht alles erklären können. Wir dürfen einfach da sein. Mit jedem „Gegrüßet seist du, Maria“ legt man einen Gedanken, einen Menschen oder eine Sorge in Gottes Hände. Der Rosenkranz ist wie ein Rhythmus, der unser Herz wieder ruhig werden lässt. Die Worte tragen uns, wenn uns selbst die Worte fehlen. Und während wir Maria begegnen, lernen wir von ihr: offen zu sein für Gott, mutig zu vertrauen und Jesus auch dann nachzufolgen, wenn wir den Weg noch nicht verstehen.

Es gibt verschiedene Rosenkranzgeheimnisse:

  • die freudenreichen Geheimnisse
  • die schmerzhaften Geheimnisse
  • die glorreichen Geheimnisse
  • die lichtreichen Geheimnisse
  • die trostreichen Geheimnisse

In diesen verschiedenen Geheimnissen schauen wir auf das Leben und die Botschaft Jesu, sein Leiden und Sterben, seine Auferstehung und Himmelfahrt. Wir betrachten so den Herrn selbst und gehen mit der Muttergottes in das Geheimnis, das Jesus selber ist, hinein. Der Rosenkranz gibt uns so Trost und Halt im Glauben und verbindet uns so mit Jesus Christus und seiner Mutter, die auch unsere Mutter geworden ist.

Gebet:

Maria, du Mutter Jesu und unsere Begleiterin,
lehre uns, mit offenem Herzen zu beten.
Nimm unsere Sorgen, unsere Träume und unsere Fragen
und führe uns näher zu deinem Sohn.
Schenke uns Mut, wenn wir Angst haben, Hoffnung, wenn wir zweifeln,
und ein Herz, das Gottes Liebe weiterträgt.
Amen.

Bernd Winter, Pfarrer

B

Über Bernd Winter

Redakteur / Autor bei GodMag.

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