Vatikan

Adventsappell: Papst Leo ruft zu tätiger Hoffnung auf

Der Advent ist die Zeit der Vorbereitung und des Wartens auf die Ankunft und Geburt Jesu. In seiner Jubiläumsaudienz am Samstag betonte Papst Leo jedoch, dass diese Wochen kein passives

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Adventsappell: Papst Leo ruft zu tätiger Hoffnung auf
(c) Bildnachweis: Screenshot | YouTube | Vatican News

Der Advent ist die Zeit der Vorbereitung und des Wartens auf die Ankunft und Geburt Jesu. In seiner Jubiläumsaudienz am Samstag betonte Papst Leo jedoch, dass diese Wochen kein passives Warten bedeuteten, sondern die Bereitschaft erforderten, sich von Gott miteinbeziehen zu lassen. Der Papst rief die Gläubigen dazu auf, die „Zeichen der Zeit“ aufmerksam zu lesen, die Gegenwart Gottes wahrzunehmen und Hoffnung als tätige Teilnahme zu leben. „Wir erinnern uns an die erste Ankunft Jesu, des Gott-mit-uns, um zu lernen, ihn jedes Mal zu erkennen, wenn er kommt, und uns darauf vorzubereiten, wenn er wiederkommen wird“, so der Papst.

„Hoffen heißt teilnehmen“

Papst Leo unterstrich in seiner Ansprache, dass christliche Erwartung niemals untätig bleibe. Die Geburt Jesu zeige, dass Gott Menschen aktiv in sein Heilshandeln einbezieht: Maria, Josef, die Hirten, Simeon, Anna und später die Jünger seien berufen gewesen, mitzuwirken. „Hoffen heißt teilnehmen“, fasste der Papst vor rund 30.000 Pilgern auf dem Petersplatz zusammen.

Das Jubiläumsmotto „Pilger der Hoffnung“ sei weit mehr als ein Schlagwort, betonte Leo weiter. Es beschreibe ein Lebensprogramm für Menschen, die unterwegs seien und erwarteten – jedoch nicht mit verschränkten Armen, sondern bereit, Verantwortung zu übernehmen. In Anlehnung an das Zweite Vatikanische Konzil erinnerte der Papst daran, dass niemand allein die „Zeichen der Zeit“ deuten könne: Nur gemeinsam, in der Kirche und im Austausch mit anderen, lasse sich erkennen, wie Gott im Lauf der Geschichte handelt. Dieser Glaube müsse sich im Alltag bewähren – mit klarem Verstand, offenem Herzen und Tatkraft „mit hochgekrempelten Ärmeln“.

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Alberto Marvelli als Vorbild tätiger Hoffnung

In seiner ersten Audienz im Advent nach der Rückkehr aus dem Libanon stellte Papst Leo den seligen Alberto Marvelli als eindrucksvolles Beispiel gelebter christlicher Hoffnung heraus. Der junge italienische Ingenieur und engagierte Laie hatte sich während des Zweiten Weltkriegs unermüdlich für Verletzte und Geflüchtete eingesetzt. Seine selbstlose Hingabe zeige, so der Papst, dass der Dienst am Reich Gottes selbst inmitten großer Risiken Freude schenken könne. Marvelli, der im Alter von nur 28 Jahren starb, nachdem er auf dem Weg zu einer politischen Versammlung von einem Militärfahrzeug überfahren worden war, mache deutlich, „dass die Welt besser wird, wenn wir bereit sind, ein wenig Sicherheit und Ruhe zu verlieren, um das Gute zu wählen“.

An dieses Beispiel anknüpfend lud Papst Leo die Gläubigen zur Selbstprüfung ein: „Nehme ich an irgendeiner guten Initiative teil, die meine Talente fordert? Habe ich den Horizont und den Atem des Reiches Gottes, wenn ich einen Dienst tue? Oder tue ich es murrend und beklage mich, dass alles schlecht läuft?“ Ein Lächeln, betonte er, sei oft das sichtbare Zeichen der Gnade. Hoffnung sei zudem stets eine gemeinschaftliche Haltung: Niemand könne die Welt allein retten – und „nicht einmal Gott will sie allein retten… denn gemeinsam ist es besser“.

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Über Andreas Nachbar

Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.

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