„Christen in der Minderheit? Habt keine Angst!“ – Leo XIV. ruft zu mutigem Glaubenszeugnis auf
Bei einer Audienz für Jesus Youth ermutigt Papst Leo XIV. junge Gläubige, ihren Glauben auch als Minderheit offen zu bekennen.

Papst Leo XIV. ermutigt junge Christen, ihren Glauben auch dort offen zu bekennen, wo sie zur Minderheit gehören. Bei einer Begegnung mit der internationalen Bewegung Jesus Youth im Vatikan rief er dazu auf, den missionarischen Eifer zu bewahren, neue Länder zu erreichen und Menschen für die Liebe Christi zu begeistern. Anlass der Begegnung war die internationale GO Conference 2026 in Rom, bei der Delegierte aus 41 Ländern unter dem Leitwort „Go to the Ends of the Earth“ – „Geht bis an die Enden der Erde“ – über die Zukunft ihrer missionarischen Arbeit berieten.
Papst Leo XIV.: Junge Menschen suchen die Liebe Christi
Mehr als 1.100 Mitglieder der internationalen katholischen Bewegung Jesus Youth aus 41 Ländern sind zur GO Conference 2026 in Rom zusammengekommen. „Verliert nicht euren apostolischen Eifer, sondern fördert ihn und tragt ihn in neue Länder“, appellierte der Papst bei einer Audienz am 24. Oktober im Vatikan. Entscheidend sei dabei, den Blick stets auf Jesus Christus zu richten.
Jesus Youth entstand vor 40 Jahren im indischen Bundesstaat Kerala aus der charismatischen Erneuerung und der persönlichen Begegnung junger Menschen mit Jesus. Heute ist die Bewegung in rund 50 Ländern vertreten. Ihre Spiritualität ruht auf sechs Säulen: Gebet, Wort Gottes, Sakramente, Gemeinschaft, Evangelisierung und Einsatz für die Armen.
Besonders ermutigte Leo XIV. jene Mitglieder, die in Regionen leben, in denen Christen eine Minderheit bilden. „Habt keine Angst, Zeugnis von eurer Freundschaft mit Jesus abzulegen“, sagte er. Die Sehnsucht nach dem Glauben sei gerade unter jungen Menschen groß: „Die Herzen der jungen Menschen sehnen sich danach, die Liebe Christi zu entdecken.“
Zugleich rief der Papst dazu auf, Familien auf ihrem Glaubensweg zu begleiten und die Ehe als Berufung Gottes stärker in den Blick zu nehmen. Neben Priestertum und Ordensleben sei auch die Ehe ein Weg zur Heiligkeit, der mit Freude angenommen werden könne.
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Familien sollen den Glauben weitergeben
Papst Leo XIV. sieht in christlichen Familien wichtige Träger der Evangelisierung. Bei der Begegnung mit Jesus Youth im Vatikan ermutigte er dazu, die Ehe als Berufung zu entdecken und den Glauben gemeinsam in die Welt zu tragen.
Junge Menschen, die durch Jesus Youth zum Glauben gefunden haben, könnten diesen Weg auch als Ehepaare und Eltern fortsetzen, erklärte der Papst. Christliche Familien könnten zu „missionarischen Gemeinschaften“ werden und gemeinsam mit den geweihten Amtsträgern der Kirche das Evangelium verbreiten.
Zugleich rief Leo XIV. die Bewegung dazu auf, ihre Spiritualität aus Gebet und Dienst an den Armen zu bewahren. Angesichts der internationalen Vielfalt komme es besonders darauf an, den Zusammenhalt zu stärken. „Bemüht euch, eure Einheit zu bewahren“, appellierte der Papst mit Blick auf die unterschiedlichen sozialen Hintergründe, Kulturen und Sprachen der Mitglieder.
Ein weiterer Meilenstein für die Bewegung war die Übergabe der endgültig approbierten Statuten am Freitag vor der Audienz. Damit bestätigte der Heilige Stuhl die überarbeitete Ordnung der Gemeinschaft. Jesus Youth war 2016 erstmals als internationale private Vereinigung von Gläubigen mit Rechtspersönlichkeit anerkannt worden. Zum Abschluss vertraute Leo XIV. die Arbeit der Bewegung der Fürsprache der Jungfrau Maria und des heiligen Franz von Assisi an und erteilte den Mitgliedern seinen Apostolischen Segen.
Über Andreas Nachbar
Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.
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