Zahl getöteter Priester in der Ukraine steigt - Papst fordert Selenskyj zu Feuerpause für Oleschky auf
Nach dem Telefonat mit Putin hat Papst Leo XIV. nun auch mit Selenskyj gesprochen und auf eine humanitäre Feuerpause für die zerstörte Stadt Oleschky gedrängt.

Zwischen eingeschlossenen Zivilisten und tödlichem Beschuss wächst die humanitäre Not in der Ukraine. Papst Leo XIV. drängt Moskau und Kiew zu einer Feuerpause für die schwer zerstörte Stadt Oleschky. Nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprach der Pontifex nun auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Während er auf einen sicheren Weg für Hilfslieferungen und Evakuierungen hofft, erschüttern neue Zahlen: Bereits mindestens 17 christliche Geistliche wurden in diesem Jahr im Krieg getötet.
Papst drängt auf Feuerpause für Oleschky
Nach seinem Telefonat mit Wladimir Putin hat sich Papst Leo XIV. auch an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gewandt. Im Gespräch am Montag stand die dramatische humanitäre Lage in der von russischen Truppen besetzten Stadt Oleschky in der Region Cherson im Mittelpunkt, wie der Vatikan mitteilte.
Papst Leo XIV. verwies dabei auf seine bereits gegenüber Putin vorgebrachte Initiative für eine humanitäre Feuerpause. Gegenüber dem russischen Präsidenten hatte das Kirchenoberhaupt seine „tiefe Besorgnis“ über die Lage in der weitgehend zerstörten und belagerten Stadt zum Ausdruck gebracht. Hilfsorganisationen weisen seit Langem auf die prekäre Versorgungslage in Oleschky hin.
Ziel der Initiative ist es, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und medizinischen Gütern zu ermöglichen und eine „freiwillige und sichere Evakuierung“ der Menschen zu gewährleisten. Dafür sei die Zusammenarbeit beider Kriegsparteien notwendig.
Zum Abschluss des Gesprächs mit Selenskyj bekräftigte das Kirchenoberhaupt den Einsatz des Heiligen Stuhls für Dialog und Frieden. Papst Leo XIV. appelliert seit Beginn seines Pontifikats wiederholt an die Konfliktparteien, die Kämpfe zu beenden und diplomatische Lösungen zu suchen. Auch Angriffe auf zivile Infrastruktur hat er mehrfach verurteilt und zu Waffenruhen aufgerufen, um das Leid der Bevölkerung zu lindern.
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17 Geistliche 2026 getötet
Wie dringend der Schutz der Zivilbevölkerung und kirchlicher Mitarbeiter bleibt, zeigen auch die jüngsten Opferzahlen aus dem Krieg. Einer Nichtregierungsorganisation zufolge wurden seit Jahresbeginn bereits mindestens 17 christliche Geistliche getötet – drei mehr als im gesamten Vorjahr.
Wie die ökumenische Gruppe „Christen gegen Krieg“ nach Angaben der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Montag berichtete, starben durch russischen Beschuss 13 ukrainische Priester und ein Ministrant. Hinzu kommen vier Ordensmänner und Priester der russisch-orthodoxen Kirche, die in einer gesonderten Statistik für 2026 erfasst werden.
Im Jahr 2025 waren nach Angaben der Organisation mindestens neun ukrainische und fünf russische Geistliche ums Leben gekommen. Die meisten Opfer gehörten in beiden Jahren der orthodoxen Kirche an. Einige waren als Militärseelsorger im Einsatz, andere wurden an ihren Wohnorten getötet.
Über Andreas Nachbar
Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.
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