Vatikan

Papst Leo XIV. warnt vor Machtstreben und Heuchelei: „Frei für das Gute“

Nach seiner Entlassung aus der Gemelli-Klinik richtete Papst Leo XIV. beim Angelus eindringliche Worte an die Gläubigen auf dem Petersplatz.

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Andreas Nachbar
3 min Lesezeit
Papst Leo XIV. warnt vor Machtstreben und Heuchelei: „Frei für das Gute“
(c) Screenshot | YouTube | Vatican News - Deutsch

Einen Tag nach seiner Entlassung aus der Gemelli-Klinik wandte sich Papst Leo XIV. beim Angelus an die Gläubigen auf dem Petersplatz. Seine Botschaft: Wer Verantwortung trägt, darf weder der Macht noch persönlichen Vorteilen dienen. Mit Jesu berühmten Worten „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört“ erinnerte er daran, dass staatliche Pflichten und gesellschaftliches Engagement niemals die Treue zu Wahrheit und Gerechtigkeit verdrängen dürfen. Rund 15.000 Menschen verfolgten das Gebet vor Ort und hörten einen eindringlichen Appell gegen Heuchelei und ungerechte Interessen.

Zwischen Kaiser und Gott

Ausgehend vom Matthäusevangelium (22,15–21) richtete Leo XIV. beim Angelus den Blick auf eine Begegnung Jesu mit den Pharisäern. Mit einer Fangfrage zur Steuerzahlung an den römischen Kaiser wollten diese Jesus in Bedrängnis bringen. Doch Jesus erkannte ihre Absicht und entlarvte die Heuchelei seiner Gegner. Seine Antwort sei „klug“, weil sie ihn vor der Falle bewahre, erklärte der Papst.

Jesus ließ sich einen Denar zeigen und fragte nach dem Bild und der Aufschrift auf der Münze. Als seine Gesprächspartner bestätigten, dass sie den Kaiser darstellte, machte er deutlich, dass weltliche Pflichten und die Verantwortung vor Gott nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen.

Die Botschaft aus dem Matthäusevangelium sei bis heute richtungsweisend: Die Verantwortung gegenüber dem Staat bleibe bestehen, dürfe aber die Treue zu Gott nicht verdrängen. Damit zeige Jesus, dass gesellschaftliches Handeln und persönliche Glaubensüberzeugung miteinander vereinbar seien.

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Keine Macht über die Gerechtigkeit

Gott sei nicht fern von den Ereignissen der Welt, sondern mitten in der Geschichte gegenwärtig, betonte Leo XIV. Menschliche Ämter und gesellschaftliche Verantwortung hätten durchaus ihren Platz. Entscheidend sei jedoch, dass das eigene Handeln von Wahrheit und Gerechtigkeit geleitet werde – und nicht von persönlichen Vorteilen oder dem Streben nach Macht.

Mit Blick auf Jesu Wirken unterstrich der Papst: Gott fürchte die Geschichte nicht, sondern trete in sie ein, „um in ihr zu wohnen“. Das Reich Gottes hebe menschliche Verantwortlichkeiten nicht auf, verlange aber einen konsequenten Lebensstil. Es gelte, „ohne Kompromisse“ zu leben und sich von schlechten Ambitionen sowie ungerechten Interessen freizuhalten.

Die Treue zu Gott müsse deshalb Vorrang vor Machtstreben und dem Wunsch nach Anerkennung haben, machte Leo XIV. deutlich. Gottes Gerechtigkeit dürfe bei persönlichen und gesellschaftlichen Entscheidungen nicht zur Nebensache werden.

Aufrichtigkeit statt Heuchelei

Auch das Verhalten der Pharisäer nahm Leo XIV. in den Blick: Obwohl sie Jesus als wahrhaftig bezeichneten, versuchten sie zugleich, ihn in eine Falle zu locken. Dieser Widerspruch zeige, wie entscheidend es sei, dass Worte und Taten übereinstimmten.

Wahrheit und Gerechtigkeit dürften weder aus Angst noch aus Heuchelei aufgegeben werden, betonte der Papst. Jesu Antwort werde damit zu einem Maßstab für das persönliche Leben ebenso wie für das gesellschaftliche Miteinander.

Zum Abschluss seiner Katechese rief Leo XIV. dazu auf, sich an diesem Anspruch zu orientieren: „Wahrhaftig sein, ohne Furcht und Heuchelei, frei für das Gute.“ Zugleich bat er die Gläubigen, gemeinsam darum zu beten, dass der Herr ihnen helfe, diesen Weg zu gehen.

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Redakteur / Autor bei GodMag.

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