Gemälde von Jusepe de Ribera: Der Apostel Andreas als alter Mann mit Bart, an ein Kreuz gelehnt.
Jusepe de Ribera, „Der hl. Andreas“ (um 1631), Museo del Prado, Madrid, gemeinfrei via Wikimedia Commons
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hl. Andreas

Apostel

Fest 30. November

Der Fischer aus Galiläa war der erste Jünger, den Jesus berief, und brachte seinen Bruder Petrus zu ihm. Die Überlieferung sieht in ihm den Apostel der Griechen, der in Patras am Andreaskreuz starb.

Andreas war der Erste. Bevor Petrus Jesus begegnete, war sein Bruder Andreas ihm schon gefolgt. Die Ostkirche nennt ihn deshalb bis heute „Protóklitos“, den Erstberufenen.

Andreas stammte aus Galiläa und war Fischer am See, wie sein Bruder Simon. Auffällig ist sein Name: Er ist nicht hebräisch, sondern griechisch – ein Hinweis darauf, dass die Familie offen war für die griechische Kultur, die in Galiläa damals stark vertreten war.

„Wir haben den Messias gefunden“

Das Johannesevangelium erzählt, wie alles begann. Andreas war zunächst ein Jünger Johannes des Täufers, ein Suchender. Als Johannes auf Jesus zeigte und ihn „Lamm Gottes“ nannte, folgte Andreas ihm mit einem zweiten Jünger und blieb den Tag über bei ihm. Dann lief er zu seinem Bruder: „Wir haben den Messias gefunden“ – und brachte Simon zu Jesus (Joh 1,35–42). Die anderen Evangelien erzählen, wie Jesus die beiden Brüder am See beim Netzeauswerfen rief: „Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 4,18–19).

Andreas taucht in den Evangelien noch einige Male auf. Bei der Brotvermehrung ist er es, der den Jungen mit den fünf Gerstenbroten und zwei Fischen bemerkt – und realistisch fragt, was das für so viele sei. Und kurz vor der Passion bringt er gemeinsam mit Philippus, dem anderen Apostel mit griechischem Namen, eine Gruppe von Griechen zu Jesus.

Apostel der Griechen

Was nach Pfingsten aus Andreas wurde, wissen wir nur aus späterer Überlieferung. Sie sieht in ihm den Apostel der griechischen Welt, während Petrus nach Rom ging. In Patras soll er gekreuzigt worden sein, an einem Kreuz mit schräg gestellten Balken – dem „Andreaskreuz“, das man heute noch von jedem Bahnübergang kennt.

Wegen der beiden Brüder verstehen sich die Kirchen von Rom und Konstantinopel als Schwesterkirchen. 1964 gab Papst Paul VI. die Andreas-Reliquie, die bis dahin im Petersdom aufbewahrt wurde, an die orthodoxe Kirche in Patras zurück. Sein Fest feiert die Kirche am 30. November, am Beginn der Adventszeit.

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