Altartafel von Robert Campin: Die heilige Barbara sitzt lesend vor einem Kamin, durch das Fenster ist ein Turm zu sehen.
Robert Campin, Werl-Altar: Die hl. Barbara (1438), Museo del Prado, Madrid, gemeinfrei via Wikimedia Commons
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hl. Barbara

Märtyrin in Nikomedien

Gedenktag (nicht geboten) 4. Dezember

Die legendäre Märtyrerin aus Nikomedien ist Patronin der Bergleute und eine der vierzehn Nothelfer. Ihr Tag, der 4. Dezember, ist der Tag der Barbarazweige, die an Weihnachten blühen sollen.

Am 4. Dezember schneiden viele Familien Kirsch- oder Forsythienzweige und stellen sie ins Wasser. Wenn alles gut geht, blühen sie an Weihnachten. Der Brauch der Barbarazweige ist eines der schönsten Adventszeichen – und er hängt an einer Heiligen, über deren Leben wir eigentlich nichts Sicheres wissen.

Die Legende

Nach der Überlieferung lebte Barbara im 3. Jahrhundert in Nikomedien, im heutigen Nordwesten der Türkei. Ihr Vater, ein reicher Heide, soll sie in einen Turm gesperrt haben, um sie von Bewerbern und vom christlichen Glauben fernzuhalten. Barbara ließ sich trotzdem taufen. Als sie standhaft blieb, wurde sie verurteilt, und ihr eigener Vater vollstreckte das Urteil. Gleich darauf, so die Legende, traf ihn ein Blitz. Im Gefängnis soll sie einen Kirschzweig mit Wasser benetzt haben, der zu blühen begann – daher der Brauch.

Weil sie den plötzlichen Tod ihres Vaters im Gewitter überlebte und sich auf das Sterben vorbereiten konnte, wurde sie zur Fürsprecherin bei Blitz, Sturm und jähem Tod. Der Turm wurde ihr Kennzeichen.

Patronin der Bergleute

In Deutschland ist Barbara vor allem die Schutzheilige der Bergleute, die unter Tage jederzeit mit dem plötzlichen Tod rechnen mussten. Am Barbaratag feierten und feiern die Knappen ihr Fest. Auch Artilleristen, Pioniere und Feuerwerker, Geologen, Architekten und Maurer rufen sie an. In der Bundeswehr verehren sie neben den Pionieren auch der Sprengdienst und die Flugabwehrraketentruppe.

Im Rheinland, besonders rund um Köln und Bonn, stellten Kinder bis in die 1960er Jahre am Barbaratag einen Schuh vor die Tür, ähnlich wie zwei Tage später am Nikolaustag.

Gestrichen und wieder aufgenommen

Weil sich ihre Existenz historisch nicht nachweisen lässt, wurde ihr Gedenktag 1969 aus dem Römischen Generalkalender gestrichen. Die Bischöfe des deutschen Sprachgebiets nahmen sie aber schon 1972 wieder in ihren Regionalkalender auf. Ihr Gedenktag ist der 4. Dezember.

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