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Kardinal Friedrich Wetter

Emeritierter Erzbischof von München und Freising

* 20. Februar 1928 in Landau in der Pfalz

Der Pfälzer Dogmatiker war Bischof von Speyer und 25 Jahre lang Erzbischof von München und Freising. Seit 1985 ist er Kardinal und gehört heute zu den ältesten Kardinälen in der Geschichte der Kirche.

Friedrich Wetter zählt zu den Bischöfen, die die katholische Kirche in Süddeutschland über Jahrzehnte geprägt haben. Er leitete zwei Diözesen, war Hochschullehrer der Dogmatik und ist seit 1985 Mitglied des Kardinalskollegiums.

Herkunft und Studium in Rom

Wetter wurde am 20. Februar 1928 in Landau in der Pfalz geboren. Nach dem Philosophiestudium an der Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt ging er als Alumne des Collegium Germanicum et Hungaricum nach Rom und studierte Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana. Am 10. Oktober 1953 empfing er die Priesterweihe.

In Rom wurde er mit einer Arbeit über die Frage des Lebens nach dem Tod promoviert. Später habilitierte er sich mit einer Studie zur Trinitätslehre des Johannes Duns Scotus.

Professor der Dogmatik

1962 wurde er Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Eichstätt, 1967 Professor für Dogmatik an der Universität Mainz. Die Verbindung von theologischer Lehre und kirchlichem Amt blieb für ihn kennzeichnend.

Bischof von Speyer

Am 28. Mai 1968 wurde er zum Bischof seiner Heimatdiözese Speyer ernannt und am 29. Juni 1968 geweiht. Er war damals einer der jüngsten Bischöfe Deutschlands und leitete das Bistum 14 Jahre lang. Sein Wahlspruch lautet Pax vobis – „Friede sei mit euch“.

Erzbischof von München und Freising

Am 28. Oktober 1982 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Erzbischof von München und Freising und damit zum Nachfolger von Joseph Ratzinger. Am 25. Mai 1985 nahm ihn derselbe Papst in das Kardinalskollegium auf; seine Titelkirche ist Santo Stefano al Monte Celio in Rom. Am 2. Februar 2007 nahm Papst Benedikt XVI. seinen altersbedingten Rücktritt an.

Im Ruhestand

Das Münchner Missbrauchsgutachten von 2022 warf ihm Fehler im Umgang mit Fällen während seiner Amtszeit vor; Wetter bat daraufhin öffentlich um Entschuldigung. Im Sommer 2026 rückte er in die Reihe der fünfzehn ältesten Kardinäle der Kirchengeschichte auf. Die Katholische Akademie in Bayern vergibt in Würdigung seiner Verdienste um die Theologie den Kardinal-Wetter-Preis für junge Theologie.

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