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hl. Josaphat

Erzbischof von Polozk, Märtyrer

* 1580 in Wolodymyr (Wolhynien)† 12. November 1623 in WitebskGedenktag 12. November

Der griechisch-katholische Erzbischof von Polozk setzte sich für die Einheit seiner Kirche mit Rom ein und wurde 1623 in Witebsk ermordet. Er ist Patron der Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen.

In Deutschland ist er wenig bekannt, in der Ukraine und in Belarus dagegen eine prägende Gestalt: Josaphat Kunzewitsch, Erzbischof von Polozk, ermordet für die Einheit der Kirche.

Um ihn zu verstehen, muss man ins Jahr 1596 zurückgehen. Damals stimmte die Mehrheit der ruthenisch-orthodoxen Bischöfe im Großreich Polen-Litauen der sogenannten Union von Brest zu. Sie traten in die Gemeinschaft mit dem Papst, behielten aber ihre ostkirchliche Liturgie und ihre Traditionen. Aus dieser Union entstand die griechisch-katholische Kirche. Sie war von Anfang an umkämpft.

Mönch und Bischof

Josaphat wurde um 1580 in Wolodymyr in Wolhynien geboren. Er trat in das Dreifaltigkeitskloster in Vilnius ein, schloss sich dem Orden des heiligen Basilius an und wurde ein gefragter Prediger. Die Union von Brest wurde zu seinem Lebensthema. 1618 wurde er Erzbischof von Polozk.

Er saß zwischen allen Stühlen. Viele Orthodoxe sahen in den Unierten Verräter, und auch auf katholischer Seite gab es Widerstand, besonders bei Teilen des polnischen Klerus, die lieber den lateinischen Ritus überall eingeführt hätten. Josaphat hielt dennoch an der ostkirchlichen Spiritualität fest und warb unermüdlich für die Einheit.

Tod in Witebsk

Am 12. November 1623 wurde er auf einer Visitationsreise in Witebsk von aufgebrachten Gegnern der Union erschlagen. Er gilt als erster Märtyrer der griechisch-katholischen Kirche.

1643 wurde er seliggesprochen, 1867 heiliggesprochen – als erster Heiliger einer Ostkirche, den Rom förmlich kanonisierte. Zum 300. Jahrestag seines Todes erklärte ihn Papst Pius XI. zum Patron der Einheit zwischen katholischer und orthodoxer Kirche. Seine Reliquien wurden auf abenteuerlichen Wegen über Wien und Salzburg nach Rom gebracht und ruhen seit dem 25. November 1963 im Petersdom.

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