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hl. Judas Thaddäus
Apostel
Fest 28. Oktober
Der Apostel, nicht zu verwechseln mit Judas Iskariot, fragte Jesus beim Abendmahl, warum er sich nur den Jüngern offenbare. Ihm wird der Judasbrief zugeschrieben. Im Volk gilt er als Helfer in aussichtslosen Anliegen.
Judas Thaddäus gehört zu den zwölf Aposteln Jesu – nicht zu verwechseln mit Judas Iskariot, der Jesus verriet. Ihm wird der Judasbrief im Neuen Testament zugeschrieben. Im Volk wird er vor allem als Helfer in schwierigen und aussichtslosen Anliegen angerufen. Die Kirche feiert ihn gemeinsam mit dem Apostel Simon, neben dem er in den Apostellisten steht.
Zwei Namen für einen Apostel
Die Überlieferung verbindet zwei Namen: Matthäus und Markus nennen ihn einfach „Thaddäus“ (Mt 10,3; Mk 3,18), Lukas „Judas, den Sohn des Jakobus“ (Lk 6,16; Apg 1,13). Der Beiname Thaddäus ist unsicherer Herkunft; er wird unter anderem vom aramäischen Wort für „Brust“ abgeleitet und als „der Großmütige“ gedeutet.
Im Johannesevangelium stellt er beim Letzten Abendmahl eine kühne Frage: „Herr, wie kommt es, dass du dich nur uns offenbaren willst und nicht der Welt?“ Jesus antwortet: „Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,22–23). Benedikt XVI. deutete das so: Den Auferstandenen muss man mit dem Herzen wahrnehmen, damit Gott in uns wohnen kann.
Der Judasbrief und die Überlieferung
Die Tradition schreibt Judas Thaddäus einen der „katholischen Briefe“ des Neuen Testaments zu, die sich nicht an eine einzelne Gemeinde, sondern an einen weiten Kreis richten. Der kurze Brief warnt vor Irrlehrern und ruft dazu auf, in der Liebe Gottes zu bleiben. Ob der Apostel selbst der Verfasser ist, wird heute unterschiedlich beurteilt. Nach späterer Überlieferung verkündete er mit Simon in Mesopotamien das Evangelium und starb dort als Märtyrer. Sein Fest ist der 28. Oktober.