Tafelbild von Carlo Crivelli: Der heilige Stephanus als junger Diakon in der Dalmatik, mit Palmzweig und Buch, Steine auf Kopf und Schulter.
Carlo Crivelli, „Der hl. Stephanus“ aus dem Demidoff-Altar (1476), National Gallery, London, gemeinfrei via Wikimedia Commons
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hl. Stephanus

Diakon, erster Märtyrer

Fest 26. Dezember

Einer der sieben Männer, die die Apostel für den Dienst an den Armen auswählten, wurde der erste Märtyrer der Kirche. Bei seiner Steinigung stand Saulus dabei, der spätere Apostel Paulus.

Am Tag nach Weihnachten wird es ernst. Kaum ist das Fest der Geburt gefeiert, erinnert die Kirche an den ersten Christen, der für seinen Glauben starb: Stephanus. Die Nähe der beiden Feste ist kein Zufall. Wer sich auf das Kind in der Krippe einlässt, so die Botschaft, lässt sich auf etwas Ernstes ein.

Einer der Sieben

Alles, was wir über Stephanus wissen, steht in der Apostelgeschichte, und Lukas widmet ihm dort zwei ganze Kapitel (Apg 6–7). In der Jerusalemer Urgemeinde gab es Streit: Die Witwen der griechischsprachigen Christen, der „Hellenisten“, wurden bei der täglichen Versorgung übersehen. Die Apostel ließen deshalb sieben Männer wählen, die sich um diesen Dienst kümmern sollten, und legten ihnen unter Gebet die Hände auf. Der erste in der Liste ist Stephanus, „ein Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist“. Die Tradition sieht in diesen Sieben den Ursprung des Diakonats.

Stephanus blieb aber nicht bei der Armenspeisung. Er predigte, und er deutete die Heiligen Schriften Israels ganz von Jesus her, von seinem Tod und seiner Auferstehung. Das brachte ihm den Vorwurf der Gotteslästerung ein.

„Ich sehe den Himmel offen“

Vor dem Hohen Rat hielt er eine lange Rede, die Lukas überliefert. Dann, so heißt es, blickte er zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen. Er wurde aus der Stadt getrieben und gesteinigt. Sein Sterben erinnert bis in die Worte hinein an den Tod Jesu: Er übergab seinen Geist dem Herrn und bat, seinen Mördern die Sünde nicht anzurechnen.

Ein Detail erzählt Lukas eigens: Die Männer, die Stephanus steinigten, legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes namens Saulus ab. Aus diesem Saulus wurde Paulus, der große Völkerapostel.

Mit dem Tod des Stephanus begann die erste Verfolgung der Christen in Jerusalem. Viele flohen – und trugen das Evangelium dabei nach Samarien, Phönizien und bis nach Antiochia, wo die Jünger zum ersten Mal „Christen“ genannt wurden. Der Ort seines Martyriums wird traditionell vor dem Damaskustor im Norden Jerusalems gesucht.

Sein Fest ist der 26. Dezember, der Zweite Weihnachtstag. An diesem Tag betet die Kirche besonders für verfolgte und bedrängte Christen.

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