Vatikan

Seligsprechung rückt näher: Papst würdigt Missionsbischof aus Dülmen

Ein Münsterländer Priester, der in Peru zum Bischof wurde und dort Generationen prägte, rückt der Seligsprechung einen Schritt näher.

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Andreas Nachbar
2 min Lesezeit
Seligsprechung rückt näher: Papst würdigt Missionsbischof aus Dülmen
(c) Screenshot | YouTube | Misioneras de Jesus Verbo y Victima

Papst Leo XIV. hat den heroischen Tugendgrad des aus Dülmen stammenden Missionsbischofs Friedrich Kaiser MSC anerkannt. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, geschah dies am Samstag, 24. Oktober. Damit wird bescheinigt, dass Kaiser die christlichen Tugenden in außergewöhnlichem Maß gelebt hat; er trägt nun den Titel „ehrwürdiger Diener Gottes“.

Der 1993 verstorbene Ordensmann wirkte jahrzehntelang in Peru, wo er sich für die Verbreitung des Glaubens und die Ausbildung von Missionarinnen einsetzte. Der Seligsprechungsprozess war 2018 eröffnet worden. Der heutige Papst Leo XIV., der damals als Bischof Robert Francis Prevost in Peru wirkte, unterstützte das Verfahren. Für die Seligsprechung muss nun noch ein Wunder anerkannt werden, das auf die Fürsprache Kaisers nach seinem Tod zurückgeführt wird.

Vom Münsterland nach Peru

Friedrich Kaiser wurde am 24. Mai 1903 in Dülmen geboren, der Heimat der Mystikerin und seligen Anna Katharina Emmerick. Nach der Volksschule eignete er sich eigenständig den fehlenden Lernstoff an, um das Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Hiltrup besuchen zu können, wo er 1924 das Abitur ablegte. Sein erster Versuch, in die Ordensgemeinschaft einzutreten, scheiterte aus gesundheitlichen Gründen. 1926 gelang ihm die Aufnahme, 1930 legte er die ewige Profess ab, 1932 wurde er in Paderborn zum Priester geweiht.

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Nach einigen Jahren in der Seelsorge in Deutschland ging Kaiser 1939 als Missionar nach Peru. Dort übernahm er 1957 die Leitung der neu errichteten Territorialprälatur Caravelí, einer kirchlichen Verwaltungseinheit, die mit einer Diözese vergleichbar ist. Die Bischofsweihe folgte Ende 1963. Geweiht wurde er vom damaligen Münsteraner Bischof Joseph Höffner, der später Erzbischof von Köln und Kardinal wurde.

Einsatz für Glaube und Mission

1961 gründete Kaiser die Gemeinschaft der Missionarinnen vom lehrenden und sühnenden Heiland. Die jungen Ordensfrauen aus der Region sollten dem Priestermangel entgegenwirken und die Seelsorge unter den Menschen in den Anden stärken. Als Prälat von Caravelí nahm er von 1962 bis 1965 an allen vier Sitzungsperioden des Zweiten Vatikanischen Konzils teil.

Aus gesundheitlichen Gründen legte er am 25. Mai 1971 sein Amt nieder, widmete sich aber weiterhin der theologischen und spirituellen Ausbildung der Missionarinnen. Am 26. September 1993 starb er in Lima. Seine letzte Ruhestätte fand er in einer Kapelle in Caravelí. Wegen seines unermüdlichen Einsatzes für die Verbreitung der Heiligen Schrift wird er in Peru als „Wegbereiter der Bibel“ gewürdigt.

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Über Andreas Nachbar

Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das persönliche Leben und die Gesellschaft. Durch theologische Weiterbildung vertiefe ich meine Kenntnisse und setze mich mit den Fragen auseinander, die Kirche und Christentum in der Gegenwart bewegen. Themenschwerpunkte sind Familie, Kirche und Glaube, Bildung und Gesellschaft.

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