Neues Messbuch: Wie die katholische Messe im deutschen Sprachraum angepasst wird
Seit mehr als fünfzig Jahren prägt das deutschsprachige Messbuch die katholische Liturgie. Jetzt beginnt eine behutsame Überarbeitung mit klar festgelegten Phasen und Fristen.

Das deutschsprachige Messbuch begleitet die katholischen Gottesdienste seit mehr als fünf Jahrzehnten. Nun sollen seine Texte behutsam überarbeitet werden. Theologische Fachleute und pastorale Mitarbeiter können dazu bis zum 30. Juni 2027 Änderungsvorschläge einreichen. Das teilten das Deutsche Liturgische Institut in Trier und das Österreichische Liturgische Institut in Salzburg (ÖLI) am Montag, dem 2. November, mit. Geplant ist eine „moderate Revision“. Eine vollständige Neuübersetzung aus dem Lateinischen ist ausdrücklich nicht vorgesehen: Die bestehenden Formulierungen sollen angepasst werden. Dabei setzen die Verantwortlichen auf die Erfahrungen aus mehr als 50 Jahren Gottesdienst- und Seelsorgepraxis.
Drei Phasen bis zum neuen Messbuch
Der Revisionsprozess wurde bereits 2024 gestartet und gliedert sich in drei Phasen. In der ersten Phase wurden zunächst die neuen Texte des lateinischen „Missale Romanum“ aus den Jahren 2002 und 2008 ins Deutsche übertragen. Außerdem entstanden sogenannte Perikopenorationen. Dabei handelt es sich um Tagesgebete, die inhaltlich auf die Schriftlesungen der Sonn- und Festtage Bezug nehmen. Sie orientierten sich an bereits bestehenden volkssprachigen Messbüchern anderer Länder.
In der zweiten Phase rücken nun die bestehenden Texte in den Mittelpunkt. Über eine Online-Eingabemaske können Theologen und pastorale Mitarbeiter bis Juni 2027 konkrete Passagen benennen und Änderungsvorschläge mit einer kurzen Begründung einreichen. Parallel beginnt die praktische Erprobung der neuen Inhalte: In der ersten Jahreshälfte 2027 sollen ausgewählte Texte in Gottesdiensten ausgewählter Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften zum Einsatz kommen. Auch diese Rückmeldungen fließen in die weitere Ausarbeitung ein.
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Rom hat das letzte Wort
In der abschließenden Phase werden sämtliche Rückmeldungen und Änderungsvorschläge ausgewertet und in die Überarbeitung eingearbeitet. Anschließend wird das neue deutschsprachige Messbuch den Bischöfen des deutschen Sprachraums zur Approbation vorgelegt. Bevor es schließlich gedruckt werden kann, ist noch die Bestätigung durch den Vatikan erforderlich. Diese erfolgt im Rahmen der römischen Konfirmierung beziehungsweise Rekognoszierung.
Wer verantwortlich ist
Die zuständigen bischöflichen Gremien setzen eine Projektleitung sowie vier international besetzte Arbeitsgruppen ein. Die Gesamtverantwortung liegt bei der „Konferenz Liturgie der Kirche im deutschen Sprachgebiet“ (KLD). Sie handelt im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie der (Erz-)Bischöfe von Luxemburg, Vaduz und Bozen-Brixen.
Auch Österreich ist an den Arbeiten beteiligt: Zu den Mitwirkenden zählen unter anderem die Liturgiewissenschaftler Prof. Alexander Zerfaß von der Universität Salzburg und Prof. Peter Ebenbauer von der Universität Graz.
Über Andreas Nachbar
Aufgewachsen in einer katholischen Familie, prägt mich der katholische Glauben seit meiner Kindheit. Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit ein vertieftes Interesse an der Tradition des Christentums, der Lehre der katholischen Kirche und der Bedeutung des Glaubens für das…
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